70 Tote bei Militärflugzeugabsturz in Kolumbien
Die Behörden bestätigten laut mehreren Medienberichten die Bergung der letzten vermissten Person nach dem Unglück in der Gemeinde Puerto Leguízamo im Departamento Putumayo nahe der Grenze zu Peru. Die Maschine war wenige Minuten nach dem Start abgestürzt und anschließend in Brand geraten.
Nach offiziellen Angaben befanden sich 128 Menschen an Bord, davon elf Besatzungsmitglieder. Bei den Todesopfern handelt es sich laut dem Oberbefehlshaber der kolumbianischen Streitkräfte, General Hugo Alejandro López Barreto, überwiegend um Militärs - die große Mehrheit habe dem Heer angehört. Zudem starben den Angaben zufolge Mitglieder der Luftwaffe sowie zwei Polizisten. Dutzende weitere wurden verletzt.
Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Nach Angaben der Streitkräfte gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der Absturz auf einen Anschlag durch bewaffnete Gruppen zurückzuführen ist.
An den Rettungsarbeiten beteiligten sich neben Sicherheitskräften auch Anwohner der kleinen Gemeinde, die Überlebende teils mit ihren eigenen Motorrädern zu Orten brachten, an denen sie medizinisch versorgt werden konnten. "Dank ihres schnellen Handelns konnten wir viele Leben retten", zitierte der Radiosender Bluradio Bustos.
Das Unglück zählt Berichten zufolge zu den folgenschwersten in der Geschichte der kolumbianischen Streitkräfte. Zugleich hat es eine politische Debatte ausgelöst: Präsident Gustavo Petro macht die Beschaffung älterer Militärflugzeuge unter der Vorgängerregierung von Iván Duque mitverantwortlich, was von dessen Umfeld zurückgewiesen wird.
Zusammenfassung
- Beim Absturz eines Militärflugzeugs im Süden Kolumbiens sind 70 Menschen ums Leben gekommen, während sich insgesamt 128 Personen an Bord befanden.
- Die Maschine stürzte wenige Minuten nach dem Start in der Gemeinde Puerto Leguízamo im Departamento Putumayo ab, wobei laut Angaben der Streitkräfte überwiegend Militärangehörige sowie zwei Polizisten unter den Todesopfern sind.
- Die Ursache des Unglücks ist weiterhin unklar, Hinweise auf einen Anschlag gibt es laut offiziellen Stellen nicht.
