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43 verschwundene Studenten in Mexiko - Gangster festgenommen

30. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Ein mutmaßlicher Anführer des Kartells Guerreros Unidos ist in Mexiko festgenommen worden. Das Verbrechersyndikat war an der Entführung und mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten im Jahr 2014 beteiligt. Medienberichte über die Festnahme bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Jose Angel Casarrubias Salgado, genannt "El Mochomo", wurde demnach bereits am vergangenen Mittwoch in dem Ort Metepec, 60 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, gefasst. Zwei seiner Brüder waren zuvor festgenommen worden.

Der Fall hatte vor fast sechs Jahren weltweit Entsetzen ausgelöst. Polizisten hatten die 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa in der Nacht auf den 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt und den Guerreros Unidos (Vereinte Krieger) übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Untersuchungen ergaben allerdings, dass es dafür nicht genug Beweise gibt.

Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar. Mehr als 140 Menschen wurden festgenommen, mindestens 77 von ihnen wurden wegen Verfahrensfehlern wieder freigelassen. In vielen Fällen wurden Aussagen mit Folter erzwungen. Verurteilt wurde bis heute niemand. Bis auf einen Knochen wurden keine Überreste gefunden.

Ein Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz, sagte der Zeitung "La Jornada", man müsse abwarten, was Casarrubias Salgado sage. Zuvor festgenommene Mitglieder der Guerreros Unidos hätten schließlich angegeben, nichts über die Studenten zu wissen. Am wichtigsten sei, dass der flüchtige ehemalige Chefermittler der Generalstaatsanwaltschaft, Tomas Zeron, gefasst werde.

Das Menschenrechtszentrum Prodh teilte mit, die neue Festnahme könne zur Aufklärung der Tat beitragen. Es sei wichtig, Casarrubias Salgado dazu zu motivieren, mit den Ermittlern zu kooperieren. Möglicherweise könne er Hinweise zum Aufenthaltsort der Opfer geben.

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem Land werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

Am vergangenen Freitag verübten mutmaßliche Kartell-Mitglieder ein Attentat auf den Polizeichef von Mexiko-Stadt. Dieser überlebte mit drei Schusswunden, drei andere Menschen kamen ums Leben. Es gab in diesem Fall 19 Festnahmen.

Quelle: Agenturen