APA - Austria Presse Agentur

1.349 Corona-Tote in Brasilien innerhalb 24 Stunden

Juni 04, 2020 · Lesedauer 3 min

In Brasilien gibt es weiterhin keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Corona-Verbreitung. Innerhalb von 24 Stunden starben laut Gesundheitsministerium 1.349 Menschen mit oder an einer Covid-19-Erkrankung. Auch in Mexiko gab es noch nie so viel Tote und Neuinfizierte an einem Tag. Unterdessen kann der internationale Flugverkehr nach China wieder aufgenommen werden.

Nach 1.262 Toten 24 Stunden davor gibt es also in Brasilien einen neuen traurigen Rekord. 28.633 Neuinfektionen wurden in Brasilien gemeldet, es sind nun insgesamt 584.016 bestätigte Fälle und 32.548 Verstorbene. Immer mehr örtliche Behörden widersetzen sich Präsident Jair Bolsonaro, der sich entschieden gegen Ausgangssperren ausgesprochen hat. So verhängten etwa am Mittwoch die Behörden des Bundesstaates Bahia eine partielle Ausgangssperre.

Ähnlich dramatisch ist die Situation in Mexiko. Die Todeszahl stieg um 1.092 auf 11.729. Mit 3.912 Neuinfektionen sind es nun 101.238. Die Gesundheitsbehörden gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Auch in anderen Ländern der Region sorgt die Pandemie weiterhin für Ausnahmesituationen: In Chile wurde die Ausgangsbeschränkung in der Hauptstadt Santiago um weitere drei Wochen verlängert. In Peru gab die örtliche Journalistengewerkschaft an, dass mindestens 20 Reporter an dem neuartigen Coronavirus gestorben seien. In den Krankenhäusern werden unterdessen die benötigten Sauerstoffflaschen knapp, weil die Menschen versuchen, sie für ihre Angehörigen zu kaufen.

Die chinesische Regulierungsbehörde für zivile Luftfahrt lässt unterdessen ab 8. Juni wieder ausländische Streckenverbindungen zu, berichtet die Online-Nachrichtenseite "The Paper". Fluggesellschaften könnten zunächst einmal pro Woche eine frei wählbare Stadt anfliegen. Die Passagiere müssen bei der Landung in der Volksrepublik auf das Coronavirus getestet werden. Wenn drei Wochen lang kein Fall von Corona auftritt, dürfen die Airlines auch zweimal wöchentlich fliegen.

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln müssen Party-Touristen mit starken Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie rechnen. Die Balearen wollten die Wiedereröffnung von Nachtklubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinauszögern, sagte Regionalpräsidentin Francina Armengol den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie begründete dies damit, dass an solchen Orten das Infektionsrisiko am schwierigsten zu kontrollieren sei.

"Das Eimer-Saufen ist Geschichte", sagte die Regionalpräsidentin. Die Balearen stünden für einen qualitativen und nachhaltigen Tourismus, Sport, Kultur und kulinarische Erlebnisse. Bereits 2019 hatte die Regionalregierung Maßnahmen ergriffen, um den Sauftourismus an den vor allem bei deutschen und britischen Touristen beliebten Orten El Arenal und Magaluf einzudämmen. Dieses Programm gehe weiter, sagte Armengol.

Bei den Urlaubern auf den Balearen wird nach Angaben Armengols bei der Ankunft am Flughafen die Körpertemperatur gemessen. In geschlossenen Räumen und auf belebten öffentlichen Plätzen sollen sie Masken tragen. Gruppen von bis zu 15 Menschen dürfen gemeinsam an den Strand, zur nächsten Gruppe müssen sie einen Abstand von zwei Metern einhalten. Dies werde auch überwacht, sagte die Regionalpräsidentin.

Im Rahmen eines Pilotprogramms sollen den Funke-Zeitungen zufolge 4.000 bis 5.000 Touristen vor allem aus Deutschland bereits ab 15. Juni wieder auf die Balearen reisen dürfen, um die neuen Abläufe zu testen. In den Wochen danach will Spanien seine Grenzen wieder allgemein für ausländische Touristen öffnen.

Quelle: Agenturen