APA - Austria Presse Agentur

Wissenschafter: Vierte Corona-Welle spätestens im Oktober

17. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Forscher der TU Berlin rechnen mit einer vierten Welle vor oder spätestens im Oktober. Die Entwicklung der Neuinfektionen sei beunruhigend. Die Daten seien auf andere Großstädte wie Wien übertragbar.

"Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann noch mal verstärken", heißt es im neuen Bericht einer Wissenschaftergruppe der Technischen Universität Berlin (TU) rund um den Mobilitätsforscher Kai Nagel.

Durchimpfung von 95 Prozent

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hohen relativen Zunahmen als "beunruhigend". Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe "unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird." 

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Bessere Lüftung könnte Schulen offen halten

Die Simulationen zu Schulen zeigen laut dem Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit in Deutschland typisch seien, halten die Wissenschafter ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei weitem nicht für ausreichend.

Würden die Schulen nach den Sommerferien ohne Schutzmaßnahmen geöffnet, ergäbe sich laut Modell eine Infektionswelle bei den Schülerinnen und Schülern, die zu einer Welle bei Erwachsenen führe.

Daten auf Wien übertragbar

Weltweit arbeiten Wissenschafter mit verschiedenen Ansätzen an Covid-19-Simulationen. Diese beruhen auf bestimmten Annahmen und sind mit Unsicherheiten behaftet. Das Team um Professor Nagel nutzt anonymisierte Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

Quelle: Agenturen / lam