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US-Experte Fauci warnt: Omikron wird fast jeden treffen

12. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Die extrem ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus wird nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci früher oder später fast alle Menschen treffen. Auch Geimpfte würden sich mit der Variante infizieren, die meisten allerdings mit milderem Verlauf.

"Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast Jeden finden", sagte der Immunologe und Präsidentenberater am Dienstag (Ortszeit). Auch Geimpfte würden infiziert werden. Aber die meisten von ihnen würde es nicht so schwer erwischen, sie müssten also nicht in Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagte Fauci im Gespräch mit dem Thinktank Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS).

Ungeimpfte am schwersten betroffen

Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, sagte Fauci. In den USA sind nur 208 Millionen Menschen, also knapp 63 Prozent der Bevölkerung, vollständig geimpft. 76 Millionen Menschen haben bisher eine Auffrischungsimpfung bekommen.

Faucis Aussage kam nur Stunden nach einer ähnlichen Warnung der amtierenden Chefin der US-Arzneimittelbehörde FDA, Janet Woodcock. "Es ist schwer zu verarbeiten, was im Moment tatsächlich passiert, nämlich, dass die meisten Menschen Covid bekommen werden", sagte Woodcock bei einer Anhörung im US-Senat zu Omikron. "Wir müssen sicherstellen, dass die Krankenhäuser noch funktionieren, dass Transport- und andere unerlässliche Dienstleistungen nicht unterbrochen werden, während dies geschieht."

Die Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte bei der Anhörung, Omikron "treibt die Fallzahlen hier in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt in nie dagewesene Höhen". Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es in den USA laut CDC-Daten pro Tag rund 750 000 bestätigte Neuinfektionen.

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter spricht im Interview mit PULS 24 u.a. über eine mögliche Durchseuchung der Bevölkerung.

Hutter: Corona-Durchseuchung "unausweichlich"

Auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter warnte meinte bereits im PULS 24 Interview, dass auch in Österreich eine Durchseuchung der Bevölkerung "unausweichlich" sei. "Wir werden alle mit dem Virus in Kontakt kommen", so Hutter. Dabei gehe es allerdings "um die zeitliche Dimension". Wie schnell die Durchseuchung vorangeht "hängt von uns ab", so Hutter. Das Virus könne "übertragen werden, wenn man nicht entsprechend reagiert". Um eine Überlastung der kritischen Bereiche zu verhindern, seien die Corona-Maßnahmen laut Hutter daher sinnvoll.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea