Wien überlegt Wochenend-Lockdowns und Gastro-Öffnung

09. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Härtere Corona-Maßnahmen am Wochenende, dafür mehr Freiheiten unter der Woche. Die Stadt Wien überlegt einen neuen Weg mit der Pandemie umzugehen.

Wien überlegt ein neues Modell mit der Pandemie umzugehen. Der Wiener Gesundheitsstadt Peter Hacker (SPÖ) bestätigte im PULS 24 Interview entsprechende Pläne. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" berichtet, dass ein Lockdown am Wochenende, kombiniert mit mehr Lockerungen unter der Woche, kommen könnte. 

Die Idee, die im Raum steht, sieht vor, dass unter der Woche, eventuell von Montag bis Donnerstag, die Gastronomie aufzusperren darf. Anfangs mit einer Sperrstunde bis 20 oder 21 Uhr, bei gutem Gelingen sogar bis 1 Uhr früh. 

Strenger am Wochenende, lockerer unter der Woche

"Ziel der Strategie ist, dass wir der Pandemie die Geschwindigkeit aufdrücken wollen und nicht wir ständig von der Pandemie bestimmt werden", fasste Hacker das die Idee hinter dem Konzept im Interview mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr zusammen. Lockerungen unter der Woche, entweder von Montag bis Donnerstag oder sogar bis Freitagabend, sollen durch einen harten Lockdown am Wochenende kompensiert werden. An der Masken- und Abstandspflicht soll allerdings nicht gerüttelt werden. 

Im "APA"-Gespräch betonte Hacker, dass eine Umsetzung nur "Hand in Hand" mit dem Bund erfolge. Das Gesundheitsministerium kennt das Modell, es gehört zu den Varianten, die geprüft werden. "Ich bin nicht erpicht darauf, meinen Kopf durchzusetzen. Es geht einfach darum, eine Idee zu bekommen, wie die Perspektive in den nächsten Wochen und Monaten aussehen kann", sagte Hacker.

Umsetzung bis Ostern realistisch

Eine Umsetzung bis Ostern hält Hacker im PULS 24 Interview für realistisch. Bevor weitere Schritte gesetzt werden können, müssen die nächste 10 Tage abgewartet werden, sagte Hacker. In diesem Zeitraum sei die Umsetzung "undenkbar", vielmehr müsse man beobachten, welche Auswirkungen die Mutationen auf das Infektionsgeschehen in Österreich haben wird.

Es gehe in der derzeitigen Phase nicht um die sofortige Umsetzung des Konzepts. "So war es nicht gemeint und so ist es auch nicht gemeint". In Folge führte der SPÖ-Politiker aus: "Die Bevölkerung fordert von der Politik klare Modelle – zurecht. Deshalb habe man das Konzept auf den Tisch gelegt. Das ist die Grundidee davon."

Kritik von Grünen und FPÖ

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl hält von Hackers Vorstoß indes nichts, wie er bei einer Pressekonferenz klar machte: "Ich habe immer gedacht, es ist schon jeder Blödsinn fabriziert worden, aber man lernt nie aus." Der Freiheitliche lehnt weiterhin jede Art von Lockdown ab, egal ob durchgehend oder nur "Teilzeit".

Auch bei den Wiener Grünen stößt die Idee auf Kritik. Gemeinderätin Barbara Huemer ortete einen "populistischen" Vorstoß: In Anbetracht des erhöhten Ansteckungsrisikos der Virenmutanten wie dem Südafrikavirus sei ein derartiges Ansinnen "völlig fehl am Platz". "Es wäre völlig unverantwortlich, jetzt zu öffnen", sagte Huemer, "es sei denn Stadtrat Hacker will in Wien das Infektionsgeschehen so schnell wie möglich wieder in die roten Zahlen bringen".

 

Der Artikel wurde am 09.02.2021 um 16:36 um die Stellungnahmen der Grünen und FPÖ ergänzt sowie um 21:08 Uhr um das PULS 24 Interview mit Hacker ergänzt.

Quelle: Redaktion / lam