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Popper: Fahren bei Corona-Maßnahmen "auf Sicht"

12. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Laut dem Simulationsforscher Nikolas Popper werde die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Tagen einen neuen Höchstwert erreichen. Dennoch fahre man mit den Maßnahmen "auf Sicht", um die kritische Infrastruktur zu schützen. Ein Ende der Pandemie komme laut Popper nicht vor Herbst.

"Im Laufe der Woche werden wir sicher über die Zahlen vom November kommen", sagt Simulationsforscher Nikolas Popper in der "ZiB2". In diesem Zeitraum wurde der Höchstwert von bis zu 16.000 Neuinfektionen pro Tag erreicht - laut der unkorrigierten Morgenmeldung (EMS) wird dieser Wert bereits am Mittwoch mit über 18.000 Neuinfektionen übertroffen. Der Aufwärtstrend werde laut Popper auch in den nächsten Tagen noch weiter gehen. "Wie hoch es geht, hängt davon ab, wie gut die Maßnahmen und die Immunisierung wirken", erklärt er im ORF-Interview. Ob Österreich genauso hohe Zahlen wie Israel erzielen werde – hier wurden zuletzt bis zu 50.000 Neuinfektionen pro Tag registriert – hänge von der Teststrategie ab.

Der Allgemeinmediziner Alireza Nouri erklärt im PULS 24 Interview, wie man sich bei Omikron verhalten soll.

Endemische Phase "hoffentlich im Herbst"

"Wir fahren derzeit auf Sicht", sagt Popper, der auch Mitglied des Krisenstabs GECKO ist, über die Corona-Maßnahmen. Es gehe derzeit vor allem "um den Schutz der relevanten Infrastruktur". Sollten die Infektionszahlen die berechneten Modelle übersteige, werde die GECKO laut dem Simulationsforscher rechtzeitig reagieren.

Auf die Impfdurchbrüche Dreifach-Geimpfter angesprochen, meint Popper, dass diese "nach wie vor kein hundertprozentiger Schutz" sei. "Sie schützt zwar gegen die Infektion - wenn auch nicht ganz so stark, wie wir uns das wünschen würden - aber vor allem schützt die dritte Impfung klar vor schweren Erkrankungen", betont der Simulationsforscher.

Mittlerweile hätten laut Popper bereit rund 90 Prozent der Österreicher Kontakt mit dem Virus gehabt – entweder durch die Impfung oder einer Erkrankung. "Das heißt, wir werden immer wieder Teilerfolge bei der Immunisierung haben, sodass wir hoffentlich im Herbst endlich in die endemische Phase eintreten", stellt der Simulationsforscher in Aussicht. Dieses Szenario habe er bereits "mit dem ehemaligen Bundeskanzler" besprochen, wie Popper im Interview selbst erzählt.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea