Ökonomin: Impflotterien bringen wenig

30. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Ökonomin Köppl-Turyna erklärt nach dem Impfpflicht-Gipfel, warum positive Anreize wie Impf-Lotterien wenig nützen und warum bei der Impfpflicht mit niedrigen Strafen begonnen werden sollte.

Nach dem Gipfel aus Regierung, Parteien und Experten zur Impfpflicht spricht Ökonomin und Direktorin von Eco-Austria Monika Köppl-Turyna auf PULS 24 von einem "konstruktiven Gespräch". 

Es gebe zwei Wege, wie man die Österreicher und Österreicherinnen zum Impfen bringt. Aus ökonomischer Sicht könne man laut der Expertin entweder die Kosten mittels Strafen erhöhen oder auf den Nutzen (Impf-Lotterien, Geld-Anreize) setzen. 

Positive Anreize wenig wirksam

Doch Studien hätten gezeigt, dass Impf-Lotterien nicht sonderlich wirksam seien und keine dauerhafte Wirkung haben. In den USA seien zum Beispiel sogar eine Million Dollar geboten worden. Trotzdem halte sich der Nutzen in Grenzen. Menschen, die sich jetzt aus Solidarität impfen lassen, würden das nicht mehr tun, wenn es solche Anreize gibt. Außerdem würde das das Staatsbudget belasten, wenn man – wie in Österreich schon verlangt – jedem für die Impfung Geld gibt.

Mit positiven Anreizen würde man irgendwann niemanden mehr erreichen. Dann bleibe nur die Impfpflicht als Maßnahme. 

Anfangs niedrige Strafen und soziale Staffelung

Die Impfpflicht sei verfassungsrechtlich durchsetzbar und aus medizinischer und ökonomischer Sicht spreche viel dafür. 

"In den Ländern, wo es eine Impfpflicht gibt – das sind bei Kinderimpfungen nicht so wenige Länder - arbeitet man normalerweise mit Geldstrafen", erklärt Köppl-Turyna. Es wäre gut, bei Strafen mit einem niedrigen Betrag anzufangen, darin seien sich mehrere Experten einig. Dann, bei Zuwiderhandeln, könne man sie schrittweise erhöhen. Außerdem sollte man über eine soziale Staffelung nachdenken, sodass Menschen mit niedrigem Einkommen weniger zahlen als solche, die mehr verdienen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam