Nowotny: Österreich "kann sich Öffnungsschritte leisten"

10. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Die niedrigen Infektionszahlen ermöglichen die Öffnungsschritte im Mai. Der Meinung ist der Virologe Norbert Nowotny. Im PULS 24 Interview spricht er über einzelne Bestimmungen, die niedrigen Infektionszahlen und die Wirksamkeit der Corona-Impfungen.

"Ja, wir können uns die Öffnungsschritte leisten", sagt Virologe Nobert Nowotny im PULS 24 Interview über die österreichweiten Öffnungen am 19. Mai. Grund dafür seien die sinkenden Infektionszahlen. Dennoch wird in nächster Zeit ein "leichter Anstieg erwartet, daher müssen wir die Zahlen weiterhin im Auge behalten."

Die Regionalisierung hält Nowotny für sinnvoll. Man könne nicht im ländlichen Raum die gleichen Maßnahmen wie in den Großstädten umsetzen. "Mein Vorschlag wäre noch immer in Wien und in anderen Großstädten die Frequenz der öffentlichen Verkehrsmittel zu erhöhen", sagt der Virologe. Damit könne man verhindern, dass sich zu große Personengruppen bilden.

Zu der Sperrstunde in der Gastronomie merkt Nowotny an, dass es virologisch gesehen keinen Unterschied macht, ob diese bei 22 Uhr bleibt oder verlängert wird. Er bevorzuge allerdings 22 Uhr. Denn umso später die Sperrstunde ist, desto höher wären "Alkoholisierung und daher eine gewisse Enthemmung".

Impfung führe zur Normalität

Die Maskenpflicht wird uns laut dem Virologen auch im Sommer noch begleiten. Trotzdem gelte: " Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto eher können wir zur Normalität im Sommer zurückkehren", so Nowotny.

Ein Impfnachweis für die Erstimpfung mit einem zugelassenen Impfstoff gilt ab dem 22. Tag nach der Impfung und dann für drei Monate. Nach Erhalt der zweiten Impfdosis ist der Nachweis für weitere neun Monate gültig. Diese Nachschärfung der Schutzwirkung der Corona-Impfungen hält Nowotny für "virologisch absolut sinnvoll". Denn nach der zweiten Teilimpfung herrsche ein deutlich niedrigeres Ansteckungsrisiko als nach der ersten. Als "kleines Problem" sieht er hingegen den Impfstoff von Johnson. Da dieser nur eine Impfdosis vorsieht, würde dessen Schutzgrad dem der ersten Teilimpfung entsprechen. Dadurch müsste laut ihm auch hier der Schutz anstatt neun, nur drei Monate gelten. Nowotny ergänzt, dass dieses Problem jedoch "nur schwer zu lösen ist".

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea