APA - Austria Presse Agentur

Ninja-Pass reicht nicht mehr: Wien verhängt 2,5G-Regel für Kinder

10. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Die Stadt Wien verschärft erneut die Corona-Maßnahmen. Wie PULS 24 aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker erfahren hat, gilt für 12- bis 15-Jährige demnächst eine 2,5G-Regel.

Die Stadt Wien kündigte erneut eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen an. Schulpflichtige Kinder zwischen 12 und 15 Jahren müssen demnächst entweder geimpft, genesen oder PCR-getestet sein, um etwa zum Friseur oder ins Restaurant gehen zu können. Wie es aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker gegenüber PULS 24 heißt, gilt der Ninja Pass daher nicht mehr pauschal als gültiger Nachweis.

Kinder dieser Altersgruppen müssen sich demnach am Wochenende zusätzlich PCR-testen, um Freizeitstätten nutzen zu dürfen. Der PCR-Test behält 48 Stunden lang seine Gültigkeit.

In Wien wolle man damit einen strengeren Weg gehen als der Bund, der derzeit nur eine Testpflicht für Kinder zwischen 13 und 15 Jahren vorsieht. Auch sieht Wien weiterhin einen Testpflicht ab 6 Jahren vor.

Ludwig: "Lockdown letzte Konsequenz"

Angesichts der weiterhin nach oben schnellenden Corona-Zahlen hat Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch einen neuerlichen Lockdown als "letzte Konsequenz" bezeichnet. Es müsse "alles was nötig ist" getan und "fast alles in Kauf" genommen werden, um eine solche Situation zu verhindern, sagte Ludwig am Rande der Pressekonferenz vor der Eröffnung des 70. Städtetages in St. Pölten.

Von der Bundesregierung gefordert wurden "sehr schnelle und konsequente Maßnahmen und eine Informationskampagne, was den dritten Stich betrifft". Angesprochen auf einen sogenannten Ost-Lockdown so wie in der Osterzeit sagte der SPÖ-Politiker, gleichzeitig auch Präsident des Österreichischen Städtebundes, dass man "in einer Pandemie generell nichts zu einhundert Prozent ausschließen" könne.

"Die Zahlen steigen in außerordentlichem Ausmaß, regional unterschiedlich, aber österreichweit", konstatierte Ludwig, nachdem am Mittwoch mit 11.398 Neuinfektionen ein Allzeit-Hoch erreicht worden war. Ihn begleite die Sorge, dass gerade in stark betroffenen Bundesländern etwa "auch der Tourismus leiden wird".

FPÖ: Stadtregierung sei "Kinderschreck"

Harsche Kritik an der Regelung für Jugendliche kam postwendend von der FPÖ. "Mit der Einführung der 2,5G-Regel für Personen zwischen zwölf und 15 Jahren schränkt SPÖ-Bürgermeister Ludwig die Freiheit von Kindern und Jugendlichen weiter ein. Tatsache ist, dass gerade diese Bevölkerungsgruppe seit 20 Monaten massiv unter den desaströsen und freiheitseinschränkenden Maßnahmen leidet", hob FPÖ-Chef Dominik Nepp hervor. Experten würden sich seit vergangenem Jahr besorgt über die Auswirkungen der Maßnahmen auf junge Menschen zeigen. Anstatt ihnen Gehör zu verschaffen, werde die rot-pinke Stadtregierung immer mehr zum "Kinder- und Jugendschreck", beklagte der Wiener FPÖ-Obmann.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea