Neuwirth: "Haben definitiv eine kritische Corona-Situation"

18. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Der Statistiker Erich Neuwirth warnt vor der aktuell kritischen Corona-Situation. Vor allem in Oberösterreich sei laut dem Statistiker die Sieben-Tages-Inzidenz hoch. Umweltmediziner Hans-Peter Hutter fordert daher einen "Impfnachschub" vor allem bei den 18- bis 40-Jährigen.

"Wir haben definitiv eine kritische Situation", sagt Erich Neuwirth zur aktuellen Corona-Situation. Der heutige Montagswert von 1.897 Neuinfektionen  sei "beträchtlich" hoch, im Vergleich zu vergangener Woche (1.320 Neuinfektionen). Ob die vierte Welle sich nun verschlimmert könne Neuwirth allerdings nicht sagen, wie er im PULS 24 Interview erklärt.

OÖ und Salzburg sind "Sorgenkinder"

"Es ist ein Wettrennen zwischen der Immunisierung und der viel ansteckenderen Delta-Variante. Es ist sicher sehr gut, dass so viele geimpft sind. Die Frage ist: Reicht es aus, wenn Delta umso vieles ansteckender ist", sagt der Statistiker. Im Bundesländervergleich seien "Oberösterreich und Salzburg die Sorgenkinder". Vor allem die Sieben-Tages-Inzidenz von Oberösterreich trage zum österreichweiten Anstieg der Corona-Zahlen bei, meint Neuwirth im Gespräch mit Anchor Werner Sejka.

Die Impfskepsis in diesem Bundesland sei "jedenfalls Teil des Spiels". Doch selbst "wenn wir dort jetzt ein starkes Impfprogramm setzen, wird uns nicht gelingen die Entwicklung in den nächsten drei Wochen schon abzubremsen. Es ist trotzdem sinnvoll, um die Entwicklung einzudämmen", meint er im Interview. Daher sollte laut Neuwirth die Politik gerade in diesen Bundesländern stärkere Anreize für die Corona-Impfung setzen.

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter spricht im Interview mit PULS 24 über die Durchimpfungsrate.

Hutter: "Es braucht einen Impfnachschub"

Optimistischer zeigt sich Umweltmediziner Hans-Peter Hutter im PULS 24 Interview. "Es liegt nicht am Virus, sondern an uns", sagt er zum Infektionsgeschehen. Aktuell zeichne sich in Österreich eine unterschiedliche Situation ab: "Auf der einen Seite ist Salzburg, auf der anderen Seite Burgenland". Damit müsse man sich beschäftigen, da es sich teilweise um Bezirke handle, bei denen die Durchimpfungsrate gering sei.

"Es braucht einen Impfnachschub", so Hutter im Interview. Es gehe hier um fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, die durch Anreize und eine gezielte Informationskampagne noch zur Impfung motiviert werden sollen, meint der Umweltmediziner im Interview. Der Fokus sollte hier laut Hutter vor allem bei den 18- bis 40-Jährigen liegen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea