APA - Austria Presse Agentur

Neue Studie: Warum Covid-19 keine Lungenerkrankung ist

05. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Das sogenannte Spike-Protein, dass sich auf dem Sars-Cov-2-Erregers befindet, soll das Gefäßsystem des Menschen schädigen. Das zeigt eine Studie des Salk-Instituts. Demnach sei Corona in erster Linie eine Gefäßerkrankung und keine Atemwegserkrankung.

Das Spike-Protein befindet sich auf der Oberfläche des Coronavirus und gibt dem Coronavirus ("Kronenvirus") seinen Namen. Es ermöglicht dem Virus den Eintritt in die Zellen. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift "Circulation Research" veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass das Protein aber nicht nur das Eindringen in die Zelle ermöglicht, sondern diese auch angreifen und schädigen kann.

Diese Ergebnisse könnte nun eine Erklärung für gewisse Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung wie beispielsweise Schlaganfälle oder Thrombosen sein. Denn: "Viele Leute denken, dass es sich um eine Atemwegserkrankung handelt, aber in Wirklichkeit ist es eine Gefäßerkrankung", erklärt Uri Manor, einer der Autoren der Studie, in einer Pressemitteilung.

Versuche mit "Pseudovirus"

Bisher konnte von den Wissenschaftlern nicht erklärt werden, wie genau das Protein die Zelle angreift. Über ein sogenanntes "Pseudovirus" konnte der Prozess nun nachgewiesen werden. Dieses "Pseudovirus" besitzt zwar die selben Spike-Proteine wie SARS-CoV-2 an der Außenhülle, aber kein echtes Virus im Inneren. Die Forscher konnten durch Versuche nun nachweisen, dass das "Pseudovirus" und damit die Spike-Proteine am Coronavirus Lungen- und Arterienschäden an Tiermodellen auslösen.

Wie es zu Schlaganfällen und Thrombosen kommt

Dadurch konnte bewiesen werden, dass auch die Spike-Proteine für sich schon ausreichen, um Corona-Symptome auszulösen. Besonders betroffen von diesen Zellschäden sind demnach sogenannte Endothelzellen. Das sind spezialisierte Zellen an der Innenseite von Blutgefäßen. Zudem sollen die Gewebeproben zeigen, dass die entzündeten Endothelzellen sich innerhalb der Blutgefäße ansammeln, was zu gefährlichen Verstopfungen von Blutgefäßen führen kann.

Frühere Studien hätten bereits ähnliche Effekte gezeigt. Die amerikanische Studie konnte die Schäden durch das Virus nun jedoch nachweisen. Weitere Studien sind laut der Instituts-Aussendung noch geplant. Sie sollen vor allem mutierte Spike-Proteine der verschiedenen Virus-Varianten untersuchen und so neue Erkenntnisse über die Infektiosität und Schwere der mutierten SARS-CoV-2-Viren liefern.

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Mikrobiologe und "Science Buster" Martin Moder erklärt das Spike-Protein des Corona-Virus mit einer Melanzani.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea