APA - Austria Presse Agentur

Mitte November über 220.000 Corona-Infizierte in Österreich

26. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Das geht aus den ersten Zwischenergebnissen der neuen Prävalenzstudie hervor. Es entspricht 3,1 Prozent der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung ab 16 Jahren. 55 Prozent der in der Studie festgestellten Infizierten waren dabei behördlich noch nicht erfasst.

Am Donnerstag präsentierten "Statistik Austria" und das "Bildungsministerium" die ersten Zwischenergebnisse der neuen Prävalenzstudie.

Demnach waren Mitte November in Österreich 228.000 Personen zusätzlich zu den Erkrankten in Spitälern mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, das sind 3,1 Prozent der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung ab 16 Jahren. 55 Prozent der in der Studie festgestellten Infizierten waren dabei behördlich noch nicht erfasst.

Hohe Dunkelziffer und Hohes Infektionsgeschehen

"Im Vergleich zu den letzten Prävalenzstudien im April und Mai zeigt sich damit ein erheblicher Anstieg des Infektionsgeschehens kurz vor dem zweiten Lockdown", erklärte "Statistik Austria"-Generaldirektor Tobias Thomas in einer Aussendung. Demnach waren Anfang April während des ersten Lockdowns maximal 0,8 Prozent der Personen in Österreichs Privathaushalten infiziert, Ende April und Ende Mai waren es rund 0,1 Prozent.

"Die vergleichsweise hohe Dunkelziffer zeigt uns, dass Instrumente wie die bevorstehenden Massentestungen dringend notwendig sind, um die Infektionsketten zu durchbrechen und die Verbreitung der Pandemie einzudämmen", betonte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Aussendung.

Studie mit 2.263 Teilnehmern

In der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen, von Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien durchgeführten repräsentativen Studie wurden vom 12. bis 14. November 2.263 Personen mittels Nasen-Rachen-Abstrich getestet (die Brutto-Stichprobe umfasste insgesamt 7.823 in Privathaushalten lebende Personen ab 16 Jahren). Bei 48 Personen ergab die PCR-Analyse des Abstrichs ein positives Testergebnis.

Höhere Prävalenz in Westösterreich

Laut einer Nachbefragung von Personen, die zum Testzeitpunkt nicht erschienen waren, befanden sich zu diesem Zeitpunkt zumindest 24 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne aufgrund eines positiven Testergebnis. In Summe waren somit mindestens 72 Stichprobenpersonen im Testzeitraum mit SARS-CoV-2 infiziert.

Hochgerechnet und unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite waren damit zwischen 166.000 und 295.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, die Prävalenz betrug 2,2 bis 4,0 Prozent. Dabei lag diese in Westösterreich (Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich) signifikant höher als in Ostösterreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland).

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Agenturen / apb