Mehr EU-Impfstoff für Österreich? Kurz hat "sehr wohl dazu beigetragen"

15. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Im Newsroom LIVE bestätigt Pfizer-Sprecherin Gallo-Daniel, dass Bundeskanzler Kurz dazu beigetragen habe, dass Österreich mehr Impfstoff von der EU bekommen habe. Was er sage, so Gallo-Daniel, sei "zum Teil wahr".

Am Donnerstag beherrschte die Jubelmeldung, dass Österreich eine Million Impfdosen von Biontech/Pfizer vorab bekomme, die Medien. Im Newsroom LIVE am Donnerstag bringt bei Anchor Thomas Mohr die Sprecherin des Impfstoffherstellers von Pfizer Österreich, Renée Gallo-Daniel, Licht in die Sache. Sie erklärt, wie das möglich ist, während andere Hersteller mit Lieferverzögerungen kämpfen, aber auch, was dran ist an Bundeskanzler Kurz' Aussage, dass es seinem Einsatz zu verdanken sei, dass die EU uns mehr Impfdosen zukommen lässt. Gallo-Daniel ist neben ihrem Posten bei Pfizer Sprecherin der Impfstoffhersteller in Österreich und gleichzeitig Koordinatorin für die Impfstoffindustrie auf europäischer Ebene. 

"Ein bissl mehr" als eine Million

Im zweiten Quartal stellt Biontech/Pfizer Österreich sechs Millionen Impfdosen zur Verfügung. Geplant gewesen wären laut Gallo-Daniel 4,8 Millionen, "ein bissl mehr" als eine Million käme nun dazu. Das hat Bundeskanzler Sebastian Kurz am heutigen Donnerstag angekündigt

Pfizer habe, um die Vorab-Lieferung zu ermöglichen "unsere Produktionskapazität bei Pfizer in Belgien auf Vordermann gebracht." Man habe die Produktionsstraßen adaptiert, damit 24 Stunden, 7 Tage lang produziert werden kann. Biontech hätte außerdem eine neues Werk in Marburg. Die Kombination daraus hätte es ermöglicht, die Herstellung voranzutreiben. 

Der Impf-Lieferplan für Österreich

Ab 26. April starten die Lieferungen. Die Dosen sollen wöchentlich geliefert werden. Der genaue Lieferplan würde im Vorfeld mit dem Ministerium akkordiert. Am heutigen Donnerstag wäre dieser Plan übermittelt worden. 

Gallo-Daniel über Kurz: "ein Teil davon wahr"

Bundeskanzler Kurz sprach im Zusammenhang mit der Lieferung von "zusätzlichen Dosen" und wurde dafür scharf kritisiert, weil die Dosen nur vorgezogen geliefert würden. Das präzisiert Gallo-Daniel: "Es sind zusätzliche Dosen für das Quartal zwei 2021", aber vorgezogene Dosen aus der sowieso geplanten Lieferung bis Jahresende. Sie glaube allerdings "dass ein Teil davon wahr" sei, was Kurz gesagt habe, dass er sehr wohl dazu beigetragen habe, dass Österreich "vermehrt Impfstoffe von uns beziehen konnte". "Unser Kanzler hat sich schon sehr eingesetzt dafür, dass Österreich mehr bekommt, dass Österreich mehr beachtet wird und das ist uns jetzt auch gelungen."

"Herstellerseitig wurde uns immer kommuniziert, dass die Aufteilung innerhalb der EU-27 aufgrund der Bevölkerungsanzahl geht." Das sei zwar das Ziel gewesen, aber dann durften die einzelnen Staaten selbst entscheiden und Österreich habe "etwas weniger" genommen. Wer dafür verantwortlich gewesen sei, konnte Gallo-Daniel nicht beantworten. 

Gallo-Daniel zur Impfstoffkauf-Verzögerung der EU

Sie glaubt, dass man anfänglich in der EU auf mehrere Pferde gesetzt hätte, weil man den Verhandlungsverlauf noch nicht abschätzen konnte. Teils seien die USA und Großbritannien zwar schneller gewesen, man dürfe aber nicht vergessen, dass sie auch früher zu impfen begannen. 

Quelle: Redaktion / lam