APA - Austria Presse Agentur

Mediziner warnen: Ivermectin-Nutzung kann auf Intensivstation enden

17. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Das Entwurmungsmittel Ivermectin ist in Oberösterreich ausverkauft. In der Coronaleugner-Szene wird es als Mittel gegen Corona angepriesen. Die Einnahme ist aber keinesfalls risikolos, wie Zahlen aus den USA zeigen. Dort landeten Nutzer auch auf den Intensivstationen, Ärzte berichten über schwere Nebenwirkungen.

Die Zeitschrift "The New England Journal of Medicine" ist weltweit eine der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften. Ende Oktober warnte die Zeitung, dass das Entwurmungsmittel Ivermectin zwar bei "in vitro"-Untersuchungen eine Wirkung gegen Corona gezeigt hätte, aber Studien bei Patienten hätten das widerlegt. In den USA stiegen die Rezepte in der Pandemie trotzdem auf das 24-fache. Allein von Juli auf August 2021 vervierfachten sie sich. 

Nebenwirkungen: Verwirrung bis Krampfanfälle

Das Oregon Poison Center, eine von medizinischem Fachpersonal besetzte Hilfs-Hotline, zuständig für Oregon, Alaska und Guam verzeichnete laut des Artikels zunehmend Anrufe wegen Ivermectin-Gebrauchs. Im August meldeten sich 21 Personen. Sechs davon landeten im Spital wegen toxischer Nebenwirkungen. Alle sechs nahmen das Medikament zur Vorbeugung, vier davon landeten auf der Intensivstation.

Die Symptome waren Magen-Darm-Beschwerden (vier Personen), Verwirrung (drei Personen), Bewegungsstörungen und Schwächezustände (zwei), abfallenden Blutdruck (zwei) und Krampfanfälle (einer). Die Patienten, die nicht hospitalisiert wurden, litten an Schwindel, Verwirrung, Sehstörungen und Ausschlägen. 

Linzer Oberärztin: Wirkung "durch gar nichts belegt"

Es sei "extrem spannend", ärgert sich Elisabeth Bräutigam, die ärztliche Leiterin des Ordensklinikums Linz, auf PULS 24, dass "wissenschaftliche Studien, die es gibt über Impfungen, für die Bevölkerung offensichtlich weniger wert sind als irgendwelche Fake-News aus diversen Medien, die Behauptungen aufstellen, die durch nichts, nämlich gar nichts belegt sind." Verschwörungstheoretiker hätten durch Soziale Medien eine Plattform, die man strafrechtlich untersuchen müsse. Leute "werden aktiv einem Irrglauben unterworfen". 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam