Eberl: Bargeld überzeugt Impfunwillige am ehesten

21. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

Das Austrian Corona Panel Project hat bei seinen Erhebungen herausgefunden, dass Ungeimpfte am ehesten dem Bundesheer vertrauen und Impfunwillige sich am erfolgreichsten mit Bargeld überzeugen lassen.

41 Prozent der Ungeimpften warten laut Jakob-Moritz Eberl vom Austrian Corona Panel Project noch auf einen anderen Impfstoff. Ein neuer, proteinbasierte Impfstoff wie Novavax, der am Montag von der EU neu zugelassen wurde, könnte viele doch noch zum Impfen bewegen. Er könnte einer weiteren Radikalisierung dieser Gruppe, die durch falsche Infos verunsichert sind, vorbeugen, hofft Eberl.

Einige Fragen wären aber noch offen. Noch ist nicht klar, wie wirksam Novavax ist. Und sollte sich herausstellen, dass dem nicht so ist, sollte er dann bei Einführung der Impfpflicht "genau so viel gelten" wie andere Impfstoffe?

Bargeld bestes Argument für Impfunwillige

Abseits der Impfpflicht könne man Impfunwillige laut der Erhebung des Austrian Corona Panel Projects am ehesten mit Bargeld überzeugen. "Impflotterien können, müssen aber nicht wirken", so Eberl. Grundsätzlich würde aber jede Belohnung bei Impfgegnern mehr wirken als Strafen. Dadurch bestehe eventuell die Gefahr von weiterer Radikalisierung und Gewaltausbrüchen.

Der Institution, der die Ungeimpften noch am ehesten vertrauen, sei das Bundesheer, während Geimpfte eher Wissenschaftlern glauben. Deshalb sei die Gründung der Gecko, der neuen gesamtstaatlichem Covid-Krisenkoordination und der Leitung von u.a. Generalmajor Rudolf Striedinger zwar sehr spät erfolgt, jedoch eine gute Entscheidung. Österreich hätte derzeit 16 Gremien, die sich mit der Corona-Lage befassen. Man könne überlegen, ob einige nicht "wieder eingestampft" werden können, nun, wo es den Gecko gibt.

Weihnachts-Lockdownpause "sehr gewagt"

Das Aufheben fast aller Corona-Beschränkungen zu Weihnachten und Silvester auch für Ungeimpfte sei virologisch "sehr gewagt", so der Experte. Zu mehr Verwirrung werde es wahrscheinlich nicht führen, denn "den Durchblick haben sowieso schon viele sehr lange verloren". Es sei ein Versuch der Regierung "einerseits virologisch das Sinnvollste zu tun, andererseits den Leuten vor Weihnachten noch Mut zu geben, bevor der nächste Lockdown droht".

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam