APA - Austria Presse Agentur

Impfpause über Ostern: Länder weisen Vorwürfe zurück

30. März 2021 · Lesedauer 3 min

Die Infektionszahlen steigen, viele Spitäler sind an der Belastungsgrenze und in der Ostregion wird ein harter Lockdown verhängt. In den Impfzentren mehrerer Länder wird über Ostern trotzdem nicht geimpft, weil weitere Impfdosen fehlen.

Die Impfkampagne in Österreich will nicht so recht ins Laufen kommen. Mit Stand Sonntag haben erst rund 15 Prozent der impfbaren Bevölkerung den ersten "Stich" erhalten. Vor dem Hintergrund überrascht die Meldung, dass in mehreren Bundesländern über das Osterwochenende eine Pause eingelegt wird. Es fehle schlicht an Impfdosen, heißt es aus den betroffenen Bundesländern.

"Es gibt keinen Verzug", sagt ein Sprecher des Landes Salzburg nachdem er von PULS 24 mit den Vorwürfen konfrontiert wird. In Salzburg bleiben die Impfstraßen am Ostersonntag und Montag geschlossen, nur die Teststationen bleiben geöffnet. Derzeit seien im Land die Kapazitäten größer als die gelieferten Impfdosen, erklärt der Sprecher. Deshalb sei es falsch von einer Impfpause zu sprechen. 

Zehn Impfstraßen in Wien geschlossen

In Wien hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erst am Montag die "Osterruhe" aufgrund der kritischen Situation auf den Intensivstationen der Bundeshauptstadt verlängert. Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp bezeichnet die Schließung von zehn Impfstraßen am Ostersonntag und -montag als "Provokation der Sonderklasse". Er fordert eine durchgehende Öffnung der Wiener Impfstraßen.

Dies würde laut einem Sprecher der Stadt Wien aber keinen Sinn machen. "Derzeit haben wir in Wien zwischen 7.000 und 8.000 Impfstiche pro Tag. Im ACV (Austria Center Vienna, Anm.) alleine könnten 16.000 Impfungen pro Tag durchgeführt werden. Das ist natürlich nicht möglich, da uns ja der Impfstoff fehlt. Es wird auch kein Impfstoff liegen gelassen oder versteckt", beschreibt der Sprecher die Situation gegenüber PULS 24. Er weist deshalb auch die Bezeichnung Impfpause zurück und verweist auf das geöffnete Austria Center. Die restlichen sieben Impfzentren der Stadt Wien und die drei Impfzentren der ÖGK "haben Sonntag zu - wie jeden Sonntag", fügt der Sprecher an.

Vorarlberg zieht Impfungen vor

In Vorarlberg werden über das Osterwochenende hinweg keine Impfungen durchgeführt. Das Land habe das Impfwochenende wegen Ostern vorgezogen, erklärt ein Sprecher auf PULS 24 Anfrage. Normalerweise werde in Vorarlberg von Donnerstag bis Sonntag geimpft, diese Woche – feiertagsbedingt – von Mittwoch bis Freitag, führt er aus. In dieser Woche werden rund 8.400 Menschen in Vorarlberg geimpft.

Steiermark schließt Impfungen über Ostern nicht aus

Auch in der Steiermark werden die Impfzentren von Ostersamstag bis Oster­montag geschlossen. Ein Sprecher des Landes betont gegenüber PULS 24 aber, dass dennoch Impfungen stattfinden können. Die 2.500 Termine an den Impfstraßen würden planmäßig am Dienstag und Mittwoch durchgeführt werden. Außerdem seien 10.000 Impftermine bei niedergelassenen Ärzten vorgesehen. Diese könnten sich auch in die Feiertage erstrecken, heißt es von Seiten des Landes.

Das Burgenland schließt seine Impfzentren am Ostersonntag und -montag. Das Land war von PULS 24 für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Durchgehende Impfungen in drei Ländern

In Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten wird durchgehend geimpft. Während in Niederösterreich 7.500 Impfungen über das Osterwochenende geplant sind, werden in Oberösterreich Zweitimpfungen durchgeführt. In Kärnten werden Hochrisikopatienten am Ostersamstag und -sonntag geimpft. 

 

Der Artikel wurde am 30.03.2021 um 13:53 Uhr um die Stellungnahme aus der Steiermark ergänzt.

Quelle: Redaktion / apb