Impfgremium zur Corona-Kinderimpfung: "Notwendig auf Zulassung zu warten"

29. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Trotz der steigenden Nachfrage nach einer Corona-Impfung für unter 12-Jährige, rät Maria Paulke-Korinek, Mitglied im nationalen Impfgremium, dazu auf eine Zulassung der EMA zu warten. Die EMA müsse zunächst prüfen, ob die Impfung für jüngere Kinder sicher ist, sagt sie im Newsroom LIVE.

Es sei "notwendig auf die entsprechenden Prüfungen und Daten zu warten", sagt Maria Paulke-Korinek, Mitglied im nationalen Impfgremium und Leiterin der Abteilung für Impfwesen im Gesundheitsministerium, über eine Corona-Impfung für unter 12-Jährige. Man müsse zunächst abschätzen, ob die "Impfung sicher ist". Daher müsse "die EMA auf jeden Fall die Daten evaluieren und eine Zulassung aussprechen", erst dann werde sich das nationale Impfgremium das Nutzen-Risiko-Verhältnis anschauen und gegebenenfalls eine Impfempfehlung aussprechen, erklärt sie auf PULS 24. Im Interview zeigte sich Paulke-Korinek allerdings "optimistisch", dass die "Behörde sich bald dazu äußern wird".

Ohne Zulassung: Boom bei Corona-Kinder-Impfung

Die Nachfrage nach einer Off-Label Corona-Impfung für Kinder ist hoch. Einige Ärzte impfen bereits Kinder unter 12 Jahren. 

Eine sogenannte Off-Label-Impfung werde aktuell bereits ab fünf Jahren vergeben. Dabei erhalten viele Kinder das Vakzin von Biontech und ein Drittel der Erwachsenen-Dosis. Eine Impfung ohne Zulassung ist in Österreich grundsätzlich möglich. Ärzte müssen hierbei allerdings einer besonderen Sorgfalts- und Aufklärungspflicht nachkommen. Nach aktuellem Stand sind österreichweit rund 1.000 Kinder unter 12 Jahren teilgeimpft und rund 200 Kinder vollimmunisiert.

Monika Redlberger-Fritz vom Zentrum für Virologie an der MedUni Wien spricht im Interview mit PULS 24 über die "Off-Label"-Impfung für Kinder unter 12 Jahren.

Antikörpertest "macht momentan keinen Sinn"

Ein Antikörpertest mache hingegen "weder vor der Impfung noch danach oder zwischen den Teilimpfungen Sinn", meint Paulke-Korinek. Die Werte würden nur zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen, erklärt sie im Newsroom LIVE. Aktuell könne man einfach nicht sicher sagen, ab wann ein ein nachhaltiger Schutz gegen das Coronavirus gegeben ist.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea