Foitik für "Wellenbrecher-Lockdown" für alle

12. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz, fordert im Interview mit PULS 24 einen "Wellenbrecher-Lockdown" für Ungeimpfte und Geimpfte.

Während die Regierung darüber diskutiert, ob es einen bundesweiten Lockdown für Ungeimpfte geben soll, ist Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz, der Meinung, dass es dafür zu spät sei und legt einen Plan für die vierte Corona-Welle vor. 

Wir seien "leider in einer Situation, wo sich zu viele infizieren", zu viele würden auch erkranken. "Das überlastet das Gesundheitssystem", so Foitik. Deshalb hat er der Regierung seinen eigenen Plan vorgestellt: Es brauche einen kurzen "Wellenbrecher-Lockdown" für alle - also für Geimpfte und Ungeimpfte. Dieser solle zwei bis drei Wochen dauern. Nur so könne die Reproduktionszahl "wieder unter 1 gedrückt" werden. 

Hutter skeptisch

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien sieht Foitiks Vorschlag kritisch. Im Interview mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr sagt Hutter, dass es wenig Evidenz gäbe, dass ein "Wellenbrecher-Lockdown" wirklich funktioniere. Außerdem gibt er zu Bedenken, wie schwerwiegend sich ein weiterer Lockdown auf die Psyche der Bevölkerung auswirken könnte.

Polarisierung darf nicht gefördert werden

Foitik betont darüber hinaus, dass man auch nach einem "Wellenbrecher-Lockdown" nicht locker lassen dürfe. Indoor werde man weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht brauchen. Erstimpfungen und Auffrischungsimpfungen müssen weiterhin forciert werden, sagt Foitik. 

Personen, die sich bisher noch nicht geimpft haben, dürfe man nicht böse sein, sagt Foitik. Es sei zwar eine "individuelle Fehlentscheidung, aber es wurde ihnen freigestellt". Die Polarisierung dürfe nicht gefördert werden.

Quelle: Redaktion / koa