Dr. Katharina Reich (links), Generalmajor Rudolf Striedinger

GECKO: Bei wenigen Infektionen Corona wie Grippe überwachen

05. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Laut aktuellem Bericht der Krisenkommission GECKO wird "in den nächsten Tagen" mit dem Höhepunkt der Omikron-Welle gerechnet. Die Expert:innen wagen auch eine Prognose, wie es dann weitergehen könnte - und dabei ist von Methoden wie bei der Grippe die Rede.

So bald rechnet GECKO nicht mit dem Ende der Omikron-Welle. "Die Prognose geht von einem vorläufigen Höhepunkt der 7-Tages-Inzidenz in den nächsten Tagen aus", heißt es in dem aktuellen Bericht. Allerdings kann es durchaus sein, dass der Omikron Subtyp BA.2 "innerhalb der nächsten Wochen" wieder für einen Fallanstieg sorgen könnte. Es werde zu einer "Plateaubildung" auch bei den Spitalszahlen kommen. BA.2 ist bei Ungeimpften infektiöser, bei Geimpften bzw. Geboosterten ist das laut dem Bericht aber nicht der Fall. 

Dennoch könnte es sein, dass nicht mehr so strenge Corona-Maßnahmen notwendig sein werden. Wann genau ausreichend Menschen immunisiert sein werden - also geimpft oder genesen sind, wird in dem Bericht nicht genau beantwortet - laut einem virtuellen Bevölkerungsmodell der TU Wien treffe das aber bereits auf 93 Prozent der Menschen zu. "Omikron wird sicher zum weiteren generellen Aufbau einer Immunantwort [...] beitragen", steht im GECKO-Bericht.

"Klassische Influenzaüberwachung"

Aus dieser Ausgangslage folgern die Expert:innen von GECKO, dass "von Seiten der Gesetzgebung flexible Rahmenbedingungen geschaffen werden" sollten. Weiterhin muss also rasch reagiert werden können. Wenn es aber bei den "klassischen Omikron Untervarianten bleibt", könne man "in Richtung der klassischen Influenzaüberwachungsstrukturen gehen", so der Bericht. Das mache bei niedrigen Infektionszahlen Sinn.

Dann sollten vor allem symptomatische Patient:innen getestet werden, nur bei größeren Ausbruchsclustern sollte noch gezielt hingeschaut uns sequenziert werden. Krankenhäuser, Senior:innenheime sollten weiterhin genauer "diagnostisch" überwacht werden. Tests sollten weiterhin leicht zugänglich sein, aber hohe Testkapazitäten "nicht mehr in hohem Ausmaß benötigt werden". Dennoch sollte man laut GECKO kurzfristig wieder auf hohe Testmengen übergehen können. Denn eines ist laut den Expert:innen klar: "Falls eine ganz neue Variante aufkommt, ist vieles wieder offen".

Vierte Impfung vor dem Herbst

Wenn es bei den nun bekannten Varianten bleibt, ist es laut GECKO "sicherlich sinnvoll" vor dem Herbst bei allen, deren dritte Impfung mehr als sechs bis neun Monate zurückliegt, eine "Boosterung mit Variantenimpfstoffen" in Betracht zu ziehen. "Ähnlich wie bei der Influenzaimpfung" sollte der Zeitpunkt "optimal" angesetzt werden - die Expert:innen scheinen derzeit von September auszugehen. 

Quelle: Redaktion / koa