APA - Austria Presse Agentur

Fast jeder zweite Corona-Kranke steckt sich im Haushalt an

03. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Während im Sommer Reiserückkehrer starke Corona-Treiber waren, zeigen die Zahlen im Frühherbst, dass das größte Risiko einer Ansteckung inzwischen im privaten Bereich liegt.

Die Corona-Zahlen nehmen ständig zu, erst am Donnerstag warnte die Ampel-Kommission vor einem zu erwartenden Anstieg der Intensivbetten-Belegung um über 60 Prozent. Von den fast 10.000 Corona-Infektionen, 9.476 waren es von 23. bis 29. August, lag der Anteil der geklärten Infektionsquelle mit 70,7 Prozent wie in den fünf Wochen zuvor wieder bei über zwei Dritteln.

Wo man sich ansteckt, veränderte sich jedoch. Noch in der Vorwoche waren vier von zehn Fällen reiseassoziiert. Aktuell sank diese Zahl um 9,6 Prozent auf auf 30,2. Haupttreiber sind mit inzwischen 48,1 Prozent und damit fast der Hälfte Corona-Erkrankte, die sich in Haushalten ansteckten.

Dunkelziffer von bis zu 5.000 Neuinfektionen täglich befürchtet

Simulationsforscher Niki Popper geht im PULS 24 Interview von einer großen Dunkelziffer bei Neuinfektionen aus.

Wie die aktuelle Epidemiologische Covid-19-Abklärung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zeigt, ist diese Entwicklung in Wien noch stärker. Hier sind von den 2.675 Fällen mit 53,9 Prozent der Großteil dem Haushalt zuzuordnen - das ist insofern kritisch, da bei diesem Cluster, in dem sich Mitglieder untereinander anstecken, bei der Bekämpfung der Virenausbreitung eher wenig getan werden kann, nachdem die Quelle meist nicht bekannt ist.

Österreichweit sank der Anteil an asymptomatischen Verläufen von 28,5 Prozent ein wenig auf aktuell 26,5. Insgesamt 4.959 Cluster-Fälle wurden gezählt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam