Eberl: Für höhere Impfbereitschaft bräuchte es Commitment aller Parteien

06. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Kommunikationswissenschaftler Jakob-Moritz Eberl vom Austrian Corona Panel Project der Uni Wien analysiert für PULS 24, wie man mehr Österreicher zum Impfen bewegen könnte.

Der Status quo in Österreich ist nicht schlecht. Seit April hat sich der Anteil der zumindest einmal Geimpften in Österreich verdreifacht. Inzwischen liege man knapp über 60 Prozent, so Eberl. Sechs weitere Prozent seien impfwillig, fünf Prozent noch unentschlossen. 20 Prozent der Österreicher wollen aber beim Impfen noch abwarten. 

Ein guter Weg Leute zum Impfen zu bringen, sieht der Kommunikationswissenschaftler beim bereits in mehreren Bundesländern angebotenen niederschwellige Zugang zum Impfen. Aber "den großen Wurf werden wir jetzt nicht mehr sehen", ist sich Eberl sicher. Das Potential sei beinah ausgeschöpft. 

Goodies bestrafen bereits Geimpfte

Auch weitere Kampagnen würden nach Meinung des Experten nicht viel ändern. Impfskeptiker würde man auch so nicht erreichen. Goodies wie Gutscheine und Geld anzubieten, um mehr Unwillige zu motivieren sieht er "immer ein bisschen schwierig". Denn so würde man all jene bestrafen, die sich freiwillig bereits für die Immunisierung entschieden hätten. 

Für Eberl liegt die größte Hoffnung bei den politischen Parteien. Besonders viele Impfunwillige wären der FPÖ-Wählerschaft zuzuschreiben. Um noch möglichst viele zum Impfen zu bringen, bräuchte es ein klares Commitment aller politischen Parteien. Das würde wieder Bewegung in die Situation bringen und noch einen Teil der Bevölkerung erreichen. Dass es dazu kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Auch in der FPÖ gibt es Impfskeptiker. Der zurzeit an Corona erkrankte Mandatar Christian Hafenecker gab im PULS 24 Interview an, ungeimpft zu sein, weil er sich "nicht als Testperson hergeben" wollte. 

Eine Impfpflicht - auch wenn es möglich wäre, sie in Österreich einzuführen - war und ist in Österreich extrem unbeliebt. Damit "wird man in Österreich nicht weiterkommen", ist sich der Experte sicher. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam