Die Highlights vom großen Impfgipfel

30. Nov 2020 · Lesedauer 4 min

Im Rahmen des großen Impfgipfels auf PULS 24 und PULS 4 stellten Corinna Milborn und Thomas Mohr Ihre Fragen zur Corona-Impfung an den Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und die Leiterin der Impfstoff-Abteilung im Gesundheitsministerium Maria Paulke-Korinek.

Die Intensivstationen sind überlastet und die täglichen Corona-Todesfälle erreichen jeden Tag neue Höchststände. Ein Winter voller Einschränkungen steht wohl bevor. "Licht am Ende des Tunnels", wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) es im Interview mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr sagt, bieten aber die Fortschritte in der Impfstoff-Forschung. 

Doch zwischen den Optimismus mischen sich bei vielen auch Skepsis und viele Fragen. Ihre Fragen stellten PULS 24 Infochefin Corinna Milborn und PULS 24 Anchor Thomas Mohr an den Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und die Leiterin der Impfstoff-Abteilung im Gesundheitsministerium Maria Paulke-Korinek. Die Highlights des großen Impfgipfels kompakt zusammengefasst.

Mögliche Nebenwirkungen eines Corona-Impfstoffes

Nikolaus Steinhagen: "Mich würde interessieren, wie trotz der kurzen Testphase Langzeitfolgen ausgeschlossen werden können und wie die Verteilung der Impfstoffe bei diesen sensiblen Temperaturen gewährleistet werden kann."

Paulke-Korinek: "Normalerweise ist es ja so, dass Impfstoffe, wenn sie zugelassen sind Phase-I-, Phase-II, Phase-III-Studien (durchlaufen, Anm. Red.). (...) Sehr häufige Nebenwirkungen kann man in diesen Studien beobachten. Es ist überhaupt keine Frage, dass in sehr großen Studien - wo 30.000 bis 40.000 Menschen eingeschlossen werden -, dass man hier seltene oder sehr seltene Nebenwirkungen auch nicht erfassen kann. Man kann also nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass hier sehr seltene Nebenwirkungen auftreten bzw. auch hinsichtlich Langzeitnebenwirkungen. (...) Die klassischen Nebenwirkungen, wie Rötungen, Schwellungen der Impfstelle oder natürlich auch Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit – die treten innerhalb von wenigen Tagen auf und sind auch selbstlimitierend und nach wenigen Tagen wieder vorbei. Wenn es selten wirklich zu immunologischen Geschehnissen kommen sollte, würde die normalerweise sechs bis sieben Wochen nach der Imfpung auftreten. Das ist ein Zeitraum, der in diesen Studien auf alle Fälle überblickt wird.

Es ist überhaupt keine Frage - bei sehr seltenen oder Langzeitnebenwirkungen -, dass man hier limitierte Daten hat. Gleichzeitig muss man auch bedenken, Impfstoffe, wie der Firma Moderna (...), wurden im April das erste Mal geimpft. Also man kann hier bereits eine lange Zeit überbrücken, weil die Studienteilnehmer die damals geimpft wurden, die werden natürlich weiter beobachtet. (…) Hier ist natürlich schon eine lange Zeit vergangen, wo man beobachtet, was ist passiert oder was ist nicht passiert. Aber natürlich, nichts ist in der Medizin 100 Prozent (...). So ehrlich muss man sein."

Werden Bund und Länder sich wegen der Impfstoff-Verteilung zerstreiten?

Simone Feichtner: "Ich bin – wie alle anderen Österreich auch – nun zweimal im Lockdown zuhause gesessen und es war eine heraufordernde Situation, aber es war richtig und wichtig. Und jetzt ist ein Impfstoff in Sichweite und für uns ist das ganz selbstverständlich und ein Akt der Solidarität, dass man sich impfen lässt. Ich erwarte mir jetzt auch von den Politikern, dass jetzt nicht mehr politisiert wird und gestritten wird, sondern dass sie die Kräfte bündeln und schauen dass die Logistik steht, damit wir – und alle die wollen – sich impfen lassen können."

Hacker: Weil wir in einer sehr merkwürdigen Zeit leben, wird auch manchmal so getan als gäbe es Scharmützel, die es dann gar nicht gibt. Faktum ist, dass es bei der Frage der Impfung überhaupt keine Scharmützel geben wird. Sondern wir müssen einfach Schritt für Schritt abwarten. Viele Fragen, die sich natürlich alle stellen, werden wir überhaupt erst kennen, wenn die Zulassungsverfahren abgeschlossen sind.

Und über die Frage, dass wir die Impfung der Bevölkerung zugänglich machen wollen. Darüber wird es sicher keine Diksussionen geben. Aber ich kann nie für alle Politiker sprechen. (…) Und grundsätzlich ist natürlich schon Teil der Demokratie der Diskurs und nicht jeder Diskurs ist gleich ein Streit. (…) Manchmal ist eine Diskussion und ein Diskurs mit unterschiedlichen Standpunkten unglaublich bereichernd. Ich finde es grundsätzlich unglaublich bereichernd, wenn jemand eine andere Idee hat als ich selber. So kommt letzten Endes unser Land auch weiter. Aber sich haben natürlich vollkommen recht. Es gibt manchmal Diskussionen, da fragt man sich wirklich, sind da noch alle bei Trost. (...) Aber in der frage, gibt es einen Dissens oder Konsens, über die Frage, wollen wir das Impfen so gut wie möglich organisieren, wüsste ich jetzt überhaupt niemanden – außer vielleicht ein paar Skurrilis in der politischen Landschaft -, die da dagegen sind."

Quelle: Redaktion / apb