Corona: Zuhören als Schlüssel gegen Impfmythen

17. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Die Impfkampagne in Österreich scheint zu stagnieren. Um mit Impfmythen aufzuräumen und Skeptiker zur Corona-Impfung zu bewegen, sei es wichtig Zuzuhören, raten die Journalistin Ingrid Brodnig und Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz.

"Mythen liefern oft simple oder alarmierende Geschichten, die große Ängste ansprechen", sagt Ingrid Brodnig. Man sollte "nicht übersehen", dass es in der Impfdebatte noch Menschen gibt, "die nur verunsichert sind", sagt die Journalistin im PULS 24-Interview. Diese Menschen könne man laut der Autorin noch mittels Fakten überzeugen.

"Viele sind nicht komplett abgeschreckt", diese Menschen könne man auf einfühlsame und emotionale Weise umstimmen, so Brodnig. Wichtig sei es die Impfskeptiker "nicht zuzutexten, auf die Ängste zuhören und dann geschickt auf die Fakten hindeuten", rät sie im Interview. Im Umgang mit Impfverweigerern sollt man versuchen nur "ein starkes Beispiel" zu nennen und "kein großes Ding daraus zu machen".

Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz, spricht mit PULS 24 über Corona-Impfmythen.

"Impflotterie kann gefährlich sein"

Das Zuhören nennt auch Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant beim Roten Kreuz, als geeignetes Mittel im Umgang mit Impfskeptikern. Die Corona-Impfung "ist generell sehr sicher und wirksam", betont er gegenüber PULS 24. Das sollte man versuchen im Dialog herauszuarbeiten und "je nachdem welche Barriere es gibt" eine gute Aufklärung zu leisten.

Neben dem Dialog sei es auch wichtig kleinere Aktionen zu starten. Für manche Menschen könne es schon reichen, wenn sie mittels Briefs "einen konkreten Impftermin zugesendet bekommen", so Foitik. Die burgenländische Impflotterie sei ebenfalls ein gutes Mittel, um Menschen zu überzeugen, erklärt der Bundesrettungskommandant im Interview. Dadurch könne man laut ihm sicherlich 1 bis 3 Prozent zur Corona-Impfung motovieren. "Wenn es gelingt, dann ist es das Wert gewesen. Wenn nicht, dann war es wenigstens ein guter Versuch", so Foitik. Eine generelle Impflotterie lehne er allerdings ab. Diese könne "gefährlich sein", mahnt der Bundesrettungskommandant.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea