APA/GEORG HOCHMUTH

Ansteckungsgefahr in Öffis: Ministerium winkt bei 3G-Regel ab

Die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Verkehr ist laut AGES gering. Die Zahlen könnten allerdings wenig aussagekräftig sein, weil ein Nachweis schwierig ist, sagen Daten aus Deutschland. Die NEOS fordern eine 3G-Pflicht für Zug, Bus, Bim und U-Bahn, das Gesundheitsministerium ist dagegen.

Mit den Öffis darf jeder fahren, egal ob getestet, geimpft, genesen, oder keines von den dreien. Zwar gilt die FFP2-Maskenpflicht, diese wird aber teils mehr schlecht als recht eingehalten. Im Fernverkehr darf die Maske auch abgenommen werden, um zu essen oder zu trinken - sowohl am Platz als auch im Speisewagen. 

Öffis: Wenige Ansteckungen, schwer nachweisbar

In den vergangenen sechs Wochen steckten sich laut einer Clusteranalyse der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) nur vergleichsweise wenige Personen in den Öffis mit Corona an. Zwischen 2 und 28 Ansteckungen werden in der Clusteranalyse bei "Transport" ausgewiesen, 45 bis 394 bei "Reise", wie der "Kurier" aus den Unterlagen zitiert. 

Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung hielt in seiner Risikoeinschätzung vom Juni 2021 jedoch fest, dass die Zahl der Ansteckungen schwer einzuschätzen sei. Es müsse davon ausgegangen werden, dass "viele Übertragungen im öffentlichen Verkehr nicht erfasst werden". Laut dem deutschen Mobilitätsforscher Andreas Knie sei die Angst vor Ansteckung hoch. "Etwa die Hälfte befürchtet, sich zu infizieren", sagte er im "ntv"-Interview. 

Loacker fordert 3G

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker verlangt im "Kurier" die 3G-Regel für die Öffis: "Wenn man sich vor Augen führt, wie schlampig Masken oft getragen werden, ist auch hier die Zumutung unerträglich, dass ungeimpfte und nicht getestete Personen direkt neben Fahrgästen stehen, die möglicherweise gesundheitlich angeschlagen sind oder bei denen die Impfung nicht die volle Wirkung entfaltet".

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) oder die Landeshauptleute sollen 3G verordnen, so seine Forderung. Beim Vorweisen des Tickets könne man den 3G-Nachweis gleich mitkontrollieren.

Ministerium winkt bei 3G ab

Das Gesundheitsministerium plant keine 3G-Regelung zum Schutz gegen das Coronavirus in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine derartige Pflicht an Orten, die der Grundversorgung und der Befriedigung weiterer zentraler Bedürfnisse dienen, sei aktuell nicht geplant, hieß es am Montag auf APA-Anfrage.

Bayern und Italien verschärften Regeln

In Bayern muss der 3G-Nachweis bereits seit November auf Nachfrage zur Hand sein, kontrolliert wird stichprobenweise. In Italien müssen Bahnreisende den Grünen Pass vor dem Einsteigen in Hochgeschwindigkeitszüge an großen Bahnhöfen, darunter Rom Termini, dem Hauptbahnhof Mailand und Florenz, vorzeigen. Die Züge können sogar angehalten werden, sollten bei Passagieren Covid-Symptome festgestellt werden, teilte das Gesundheitsministerium mit. 

ribbon Zusammenfassung
  • Mit den Öffis darf jeder fahren, egal ob getestet, geimpft, genesen, oder keines von den dreien. Zwar gilt die FFP2-Maskenpflicht, diese wird aber teils mehr schlecht als recht eingehalten.
  • In den vergangenen sechs Wochen steckten sich laut einer Clusteranalyse der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) nur vergleichsweise wenige Personen mit Corona an.
  • as Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung hielt in seiner Risikoeinschätzung vom Juni 2021 jedoch fest, dass die Zahl der Ansteckungen schwer einzuschätzen sei.
  • Es müsse davon ausgegangen werden, dass "viele Übertragungen im öffentlichen Verkehr nicht erfasst werden".
  • NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker verlangt im "Kurier" die 3G-Regel für die Öffis, vom Gesundheitsministerium heißt es, es sei keine Verschärfung geplant.
  • Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) oder die Landeshauptleute sollen 3G verordnen, so seine Forderung. Beim Vorweisen des Tickets könne man den 3G-Nachweis gleich mitkontrollieren, so sein Vorschlag.