Szekeres rechnet mit Impfpflicht ab fünf Jahren, wenn EMA-Zulassung kommt

19. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Im Newsroom LIVE spricht Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres bei Gundula Geiginger über eine mögliche Impfpflicht ab fünf Jahren, sobald die Zulassung der EMA dafür kommt. Das die Impfpflicht erst ab Februar kommt, sei "ein bisschen spät", die Menschen müssten vorher geimpft werden.

Die Ärztekammer forderte am Donnerstag geschlossen die Impfpflicht, am Freitag wurde sie von der Regierung für Februar angekündigt. "Vielleicht haben wir unterschätzt, dass die niedrige Impfquote so fatale Folgen haben kann", begründete Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, dass die Forderung nicht schon früher kam. Ungeimpfte stecken sich zum Großteil leichter an, durch zunehmende Impfdurchbrüche sei auch der 3. Stich besonders wichtig. "Wir hätten uns viel erspart", so der Mediziner wenn mehr Leute im Sommer zum Impfen gegangen wären. 

Februar "bisschen spät"

Die Impfpflicht erst im Februar einzuführen, wie von der Regierung gewünscht, sei "ein bisschen spät", man müsse die Leute vorher impfen. Szekeres hofft, dass die niedergelassenen Ärzte, die aufklären, Fragen beantworten und Ängste ausräumen können, sich als "Impfturbo" entpuppen. Zirka 80 bis 85 Prozent Durchimpfungsrate sind notwendig, um die Pandemie zu brechen. 

"Mich würde es besonders freuen, wenn uns das gelingt, die Impfquote soweit anzuheben, dass wir die Pandemie brechen können und dann ist es hinfällig jemanden strafen zu müssen, weil niemand mehr da ist, der ungeimpft ist." 

Bei Zulassung der Kinderimpfung Impfpflicht ab 5

Die Impfpflicht wird "theoretisch ab 12" gelten. Denn Jüngere können sich zurzeit nur off-label impfen lassen. Die Inzidenzen sind gerade bei den Fünf- bis 14-Jährigen am höchsten. Zahlen aus Amerika würden zeigen, so Szekeres, dass die Impfung auch für Junge gut verträglich und wirkungsvoll sei. Er glaubt an eine Zulassung der EMA für die Kinderimpfung, Gesundheitsminister Mückstein kündigte sie für den 24. November an. "Wenn es eine Impfpflicht gibt, dann könnte ich mir vorstellen, dass man für alle, die eine Impfung bekommen können die Impfpflicht ausspricht."  

Die große Hoffnung sei jedoch, dass Corona, wie die Grippe, ihren Schrecken verliert. Es gebe eine Impfung und bald auch Medikamente, die schwere Verläufe verhindern. "Wenn man einmal im Jahr eine Auffrischung braucht, ist das weit weniger tragisch als die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen müssen." 

 

 

 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam