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Wackelt Ronaldos Stammplatz auch bei Portugal?

28. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Personaldebatte rund um Portugals Superstar Cristiano Ronaldo hat nach dessen Club Manchester United nun auch das Nationalteam der Iberer erreicht.

Mit der 0:1-Heimniederlage gegen Spanien verpasste das Team von Trainer Fernando Santos nicht nur das Finalturnier der Nations League. Auch angesichts der Leistung von "CR7", der mehrere gute Chancen gegen die Spanier liegenließ, muss sich Santos die Frage stellen, ob er bei der WM in Katar auf Ronaldo in der Startelf setzt.

Portugals Medien: "Trauriger Fado"

Nach der Partie verschwand der gefrustete Stürmer schnell in den Katakomben. "Trauriger Fado", titelte die Zeitung "Jornal de Notícias" am Mittwoch. Üblicherweise stand Ronaldo bisher wegen seiner spielerischen Glanzlichter im Fokus. Doch seit einiger Zeit geht es mehr um die Rolle, die der 37-Jährige spielen kann oder sollte - sowohl bei seinem Verein, als auch in der Seleção. Bei Letzterer muss nun Santos abwägen, ob er nicht aufstrebenden Talenten wie Milans Rafael Leão das Vertrauen schenkt.

"Ronaldo hatte drei, vier Chancen. Normalerweise macht er sie rein. Das ist Fußball", meinte Santos knapp. "Es ist normal, dass er frustriert ist. Er will gewinnen und Tore machen", sagte Mitspieler Bruno Fernandes. Der Mittelfeldmann kennt bereits die pikante Situation, auf welche die Portugiesen nun zusteuern könnten. Fernandes spielt gemeinsam mit Ronaldo in Manchester, dort zählt der Stürmer seit dieser Saison nicht mehr zum Stammpersonal in der Premier League. Auch ein Tor ist ihm in der Liga noch nicht gelungen.

Santos: "Gibt Dinge zu verbessern"

Dass selbst jemandem wie ihm dadurch Selbstvertrauen und Selbstverständlichkeit fehlen, war gegen Spanien deutlich zu sehen. Auf der anderen Seite strahlt allein die Präsenz Ronaldos für jeden Gegner noch immer Gefahr aus. "Es ist die Wahrheit, dass seine Legende so groß ist, dass man jedes Mal, wenn sich der Ball Cristiano nähert, das Gefühl hat, dass die Gefahr nahe ist", schrieb Spaniens Sportzeitung "Marca" am Mittwoch.

Nun muss Santos entscheiden, ob das reicht, damit sein Kapitän auch künftig unangefochten der ersten Elf angehört. "Es gibt Dinge zu verbessern, damit wir bei der WM in Topform sind", gab Santos unumwunden am Dienstagabend mit Blick auf seine Mannschaft zu. Vor allem offensiv fehlte den Portugiesen immer wieder die letzte Konsequenz. Der 67-jährige Trainer gab sich dennoch optimistisch und glaubt, dass Portugal bei der WM im November "immer noch einer der Favoriten ist".

Quelle: Agenturen