Vonn erlitt in Olympia-Abfahrt Schienbeinbruch
Trotz der starken Schmerzen bereue sie nichts. "Gestern am Start zu stehen, war ein unglaubliches Gefühl, das ich nie vergessen werde. Dort mit dem Wissen zu stehen, dass ich eine Chance auf den Sieg hatte, war schon ein Sieg für sich. Ich wusste, dass es ein Risiko ist. Es war und wird immer ein unglaublich gefährlicher Sport sein."
Man gehe im Leben immer Risiken ein, manchmal werde einem das Herz gebrochen, manchmal erfüllen sich Träume nicht. "Ich habe es versucht. Ich habe geträumt. Ich bin gesprungen", schrieb sie und gab den Lesern ihres Eintrags mit auf den Weg: "Wenn ihr etwas aus meiner Geschichte mitnehmt, dann dies: Habt den Mut, Großes zu wagen."
Am Nachmittag hatte sich auch der Vater von Vonn zu Wort gemeldet. Er verbrachte die Nacht bei ihr im Krankenhaus von Treviso. Für ihn sei klar, dass Lindsey ihre Laufbahn nach dem Horror-Sturz endgültig beenden soll. "Sie ist 41 Jahre alt, und das ist das Ende ihrer Karriere", sagte Alan Kildow der Nachrichtenagentur AP. "Solange ich da noch ein Wörtchen mitzureden habe, wird Lindsey Vonn keine Skirennen mehr fahren."
Vonn hatte ursprünglich ohnehin geplant, dass Olympia ihr Abschied werden soll. Im Laufe der Saison hatte sie allerdings erklärt, dass sie diese wohl zu Ende fahren werde, wenn sie noch Chancen auf eine Kristallkugel habe. Sie liegt in der Abfahrt voran und ist im Super-G an dritter Position.
"Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit", sagte Kildow über seine Tochter. "Sie kennt körperliche Schmerzen und versteht ihre Situation. Und sie kommt gut damit zurecht." Die viermalige Gesamtweltcupgewinnerin und Olympiasiegerin von 2010 sei "wirklich sehr, sehr stark", so Kildow. Sie mache das gut. Den Sturz hatte Vonns Familie live vor Ort vom Zuschauerbereich aus mitverfolgt.
Trainer Svindal: "Lindsey, du bist unglaublich mutig"
Vonns Trainer Aksel Lund Svindal meldete sich auf Instagram zu Wort: "Lindsey, du bist unglaublich mutig. Du inspirierst die Leute, die deinen Weg verfolgen, und uns, die täglich eng mit dir zusammenarbeiten", schrieb der Norweger. "Gestern war ein harter Tag am Berg. Für alle, aber ganz besonders für dich." Laut Svindal habe Vonn noch Glückwünsche an ihre Teamkollegin Breezy Johnson, die spätere Olympiasiegerin, ausgerichtet, ehe sie selbst ins Krankenhaus geflogen wurde. "Wahrer Charakter zeigt sich in den schwierigsten Momenten", so Svindal.
Zusammenfassung
- Lindsey Vonn (41) erlitt bei der Olympia-Abfahrt einen komplizierten Schienbeinbruch, der stabil ist, aber mehrere Operationen erfordert.
- Trotz der schweren Verletzung betonte Vonn auf Instagram, dass sie nichts bereue und andere dazu ermutige, "den Mut zu haben, Großes zu wagen".
- Ihr Vater Alan Kildow sieht nach dem Sturz das Karriereende seiner Tochter als besiegelt, während Vonn in der Abfahrt weiterhin führt und im Super-G auf Platz drei liegt.
