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Verstappen musste für Zandvoort-Sieg diesmal härter arbeiten

04. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

Max Verstappen fährt weiter seiner erfolgreichen WM-Titelverteidigung in der Formel 1 entgegen. Der Niederländer holte sich wie im Vorjahr den Heimsieg beim Großen Preis der Niederlande und entfachte damit am Sonntag die totale "Max Mania" in Zandvoort. Auf den zweiten Platz kam der Brite George Russell im Mercedes, der Monegasse Charles Leclerc belegte im Ferrari den dritten Platz. Lewis Hamilton, der kurz vor Schluss geführt hatte, musste sich mit Platz vier begnügen.

"Ein sehr schönes Ergebnis", freute sich Verstappen noch in seinem Red Bull. Sein Team habe die richtigen Entscheidungen getroffen. "Es ist so besonders, sein Heimrennen zu gewinnen. Dieses Jahr musste ich dafür so viel mehr arbeiten." Für Verstappen war es der zehnte Sieg in dieser Saison und der 30. Grand-Prix-Erfolg in seiner Karriere. Der 24-Jährige baute damit seinen WM-Vorsprung weiter aus. Er liegt nun bei sieben noch ausständigen Rennen 109 Punkte vor Leclerc. In der Konstrukteurswertung liegt Red Bull 135 Punkte vor Ferrari.

"Es war kein einfaches Rennen. Wir haben das ganze Rennen pushen müssen. Virtuelles Safety Car, Safety Car waren ein bisschen ein Fragezeichen, da die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber es hat alles gut geklappt, als wir dann auf den Soft-Reifen waren. Wir hatten eine tolle Pace", erklärte Verstappen. "Es waren zwei Mercedes vor uns im letzten Abschnitt des Rennens. Aber Max hat es super gemacht", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Dieses Ergebnis gibt uns eine Menge Selbstvertrauen für die Zukunft. Es ist ein großartig, hier auf dem Podium zu sein", meinte Russell.

Nach dem Start war die Reihenfolge vorne - Verstappen vor Leclerc, Carlos Sainz und Hamilton - gleich geblieben. Aufsehen erregte der erste Stopp von Sainz, für den sich nicht zum ersten Mal in dieser Saison ein Desaster entfaltete: Seine Crew war offenbar noch nicht bereit, zudem lag ein Schlagschrauber weit abseits des Wagens auf dem Boden. Der direkt hinter der Ferrari-Box zum Stopp verweilende Sergio Perez rumpelte im Red Bull beim Wegfahren mit beiden Rädern über den Schlagschrauber. Sainz stand über elf Sekunden still und kam nur als Elfter auf die Strecke zurück. "Ein Chaos ist passiert, ein Chaos", sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto am Funk.

Nach der 17. Runde wechselte Leclerc die Reifen, Verstappen war eine Runde später dran - beide ließen sich von Soft auf Medium umstecken. Der Abstand zwischen ihnen hatte sich durch die Stopps kaum verändert, dann gab der Lokalmatador jedoch Gas. In Führung lagen nun die auf Medium losgefahrenen Hamilton und Russell. Letzterer konnte sich aber nicht lange vor Verstappen halten, zu Beginn der 28. Runde überholte der Niederländer. An Hamilton kam er vorbei, weil der Brite zum Wechsel auf Hard-Reifen in die Boxengasse abbog. Russell folgte seinem Teamkollegen wenig später.

Mit der harten Mischung waren beide "Silberpfeile" erstaunlich schnell, überholten Perez und machten Druck auf den zweitplatzierten Leclerc. Der Ferrari-Fahrer holte sich für die Schlussphase auch Hard-Reifen ab und fiel zurück. Verstappen führte nun vor Hamilton und Russell, ehe eine Virtual-Safety-Car-Phase ausgerufen wurde, weil der AlphaTauri von Yuki Tsunoda einen Defekt hatte. Das nutzte das Top-Trio für Reifenwechsel. Vor dem virtuellen Safety Car war Verstappen auf einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs gewesen und hätte sich an Russell und Hamilton vorbeikämpfen müssen.

26 Runden vor Schluss musste das Safety Car tatsächlich auf die Strecke, diesmal holten sich nur Verstappen und Russell neue Soft-Reifen - Hamilton war in Front. Bei Freigabe des Rennens benötigte Verstappen aber nur wenige Sekunden, um wieder ganz nach vorne zu fahren. Hamilton wurde in weiterer Folge auch von Russell und Leclerc überholt und ärgerte sich über die Strategie. "Die Emotionen waren bei mir so hoch. Da muss ich mich ein bisschen entschuldigen beim Team", meinte Hamilton. "Sorry, dass es nicht funktioniert hat. Wir haben getan, was wir in der Früh besprochen haben. Wir sind ein Risiko gegangen und es hat nicht hingehaut", entschuldigte sich andererseits Mercedes-Boss Toto Wolff.

Hinter Perez belegte Fernando Alonso im Alpine den sechsten Platz, Siebenter wurde Lando Norris im McLaren. Sainz wurde nach einer Fünf-Sekunden-Strafe auf Platz acht zurückgereiht. Esteban Ocon (Alpine) und Lance Stroll (Aston Martin) kamen auf die Ränge neun und zehn.

Quelle: Agenturen