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Traum von der WM für ÖFB-Team nach 1:2 gegen Wales ausgeträumt

24. März 2022 · Lesedauer 4 min

Die Fußball-WM 2022 in Katar findet ohne Österreich statt. Die ÖFB-Auswahl kassierte am Donnerstag im Play-off-Semifinale in Cardiff gegen Wales eine 1:2-Niederlage und muss damit weiterhin auf die erste Teilnahme an einem Weltturnier seit 1998 warten.

Gareth Bale glänzte mit seinem Doppelpack als Matchwinner (25./Freistoß, 51.), das Tor von Marcel Sabitzer (65.) war für die Gäste zu wenig. Der Treffer war von der UEFA ursprünglich als Eigentor von Ben Davies gewertet worden.

Zukunft von Teamchef Foda offen

Während die Waliser nun im Finale voraussichtlich im Juni auf den Sieger der Partie Schottland gegen die Ukraine treffen, geht es für das ÖFB-Team am Dienstag mit einem Testspiel im Wiener Happel-Stadion gegen Schottland weiter. Franco Foda wird in dieser Partie noch auf der Bank sitzen, wie ÖFB-Präsident Gerhard Milletich nach dem Spiel im ORF-Interview erklärte. Wer die heimische Nationalmannschaft in den Nations-League-Matches im Juni betreuen wird, ist offen, wobei Milletich eine Verlängerung mit Foda nicht ausschloss. Der Vertrag des 55-Jährigen endet durch das Verpassen der WM mit 31. März.

Foda hatte im Tor Heinz Lindner den Vorzug gegenüber Daniel Bachmann gegeben, anstelle des Corona-infizierten Florian Grillitsch agierte Nicolas Seiwald im Mittelfeldzentrum. Ansonsten war die ÖFB-Startformation mit jener Mannschaft identisch, die im EM-Achtelfinale beim 1:2 nach Verlängerung gegen den späteren Europameister Italien eine starke Leistung geboten hatte.

Leichte Fehler summierten sich für Österreich

Der Start verlief für die Österreicher vielversprechend. Marcel Sabitzer setzte Christoph Baumgartner ein, der Hoffenheim-Profi traf mit einem von Neco Williams leicht abgefälschten Schuss nur die Latte (5.). In der Folge erarbeiteten sich aber die Hausherren ein leichtes Übergewicht, auch weil die ÖFB-Kicker zu viele zweite Bälle verloren und sich immer wieder leichte Fehler erlaubten.

Unnötiges Baumgartner-Foul sorgte für erstes Tor

Doch auch die Waliser wurden vorerst nicht gefährlich - bis zur 25. Minute. Baumgartner beging ein wohl unnötiges Foul an Harry Wilson und verursachte einen Freistoß aus gefährlicher Position. Bale nahm Maß und versenkte den Ball genau im Kreuzeck. Es war das 37. Tor des 32-Jährigen in seinem 101. Ländermatch. Zuletzt hatte Bale, der bei Real Madrid seit Monaten zwischen Tribüne und Ersatzbank pendelt, am 5. September 2021 in einem Pflichtspiel gescort. Damals gelang ihm beim 3:2 von Wales in Belarus ein Dreierpack.

Österreichs Sturm-Hoffnungsträger Marko Arnautovic konnte sich auch aufgrund von mangelhafter Unterstützung aus dem Mittelfeld weniger gut in Szene setzen. In der 31. Minute flog ein Kopfball des Bologna-Profis neben das Tor, zwei Minuten später legte er sich den Ball bei freier Bahn auf das Wales-Gehäuse zu weit vor. Auf der Gegenseite profitierten die Hausherren von einem Seiwald-Fehler, den Schuss von Aaron Ramsey fischte Lindner aus dem kurzen Eck (40.).

Die zweite Hälfte begann mit einem harmlosen Arnautovic-Kopfball genau auf Wales-Keeper Wayne Hennessey (49.) und brachte anschließend den zweiten großen Bale-Auftritt. Ein Fehler von Seiwald ermöglichte den Walisern einen Corner, der kurz abgespielt wurde - die ÖFB-Abwehr präsentierte sich unsortiert, der walisische Topstar kam nach Pass von Davies im Sechzehner zum Ball und stellte einmal mehr seine herausragende Schusstechnik mit dem linken Fuß unter Beweis - 2:0 (51.).

Anschlusstreffer reichte nicht 

Foda reagierte und brachte Sasa Kalajdzic als zweite Spitze. Österreich setzte sich am gegnerischen Strafraum fest und schöpfte in der 65. Minute Hoffnung. Sabitzer zog mit seinem schwächeren linken Fuß ab, der Schuss wurde von Davies entscheidend ins Netz abgefälscht. Daraufhin nahmen die Gäste immer mehr Risiko, Wales bekam mehr Räume, wie etwa bei einer Top-Chance von Daniel James, doch Lindner blieb Sieger (67.).

In weiterer Folge kamen auch noch Valentino Lazaro und Comebacker Andreas Weimann, eine wirklich zwingende Chance auf den Ausgleich schaute jedoch vor 32.053 Zuschauern - darunter etwa 800 Österreicher - nicht mehr heraus.

Damit dürfte die Ära Foda demnächst zu Ende gehen. Die Bilanz des 55-Jährigen steht nach 47 Länderspielen bei 27 Siegen, fünf Unentschieden und 15 Niederlagen. Jene in Cardiff zählte zu den bittersten in seiner viereinhalbjährigen Amtszeit, in der kein einziger Sieg in einer Bewerbspartie gegen ein in der Weltrangliste besser platziertes Team gelang.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam