APA - Austria Presse Agentur

Thiem stören "einige Sachen" an geplantem Tennis-Hilfsfonds

28. Apr 2020 · Lesedauer 4 min

Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem ist kein Freund des von Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer geplanten allgemeinen Hilfsfonds für Spieler auf den Plätzen 250 bis 700 der Weltrangliste, die aufgrund der Turnierpause durch die Coronavirus-Pandemie weniger gut verdienen. "Es gibt einfach einige Sachen, die mich an dem Ganzen stören", sagte der Weltranglistendritte am Dienstag.

Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem ist kein Freund des von Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer geplanten allgemeinen Hilfsfonds für Spieler auf den Plätzen 250 bis 700 der Weltrangliste, die aufgrund der Turnierpause durch die Coronavirus-Pandemie weniger gut verdienen. "Es gibt einfach einige Sachen, die mich an dem Ganzen stören", sagte der Weltranglistendritte am Dienstag.

Zum einen sei das, dass immer vom Ranking 250 bis 700 die Rede sei. "Es gibt 2.000 Spieler in der Weltrangliste, die hinteren gehören da definitiv dazu", betonte der Niederösterreicher. Zudem gefalle ihm nicht, die Unterstützung zu Verallgemeinern. "Ich gehe von meiner Meinung nicht runter, dass da einige Spieler dabei sind, die ich nicht gerne unterstützen würde. Deshalb wäre es mir viel lieber, wenn sich das die Spieler selber aussuchen, weil dann jene Spieler davon profitieren, die es wirklich brauchen und die es auch wirklich verdienen", schilderte Thiem seine Sicht.

Gegenüber der Kronen-Zeitung (Sonntag-Ausgabe) hatte er sich deutlicher geäußert. "Es gibt viele Leute, die dem Sport nicht alles unterordnen, ich sehe nicht ein, warum ich solchen Leuten Geld schenken sollte." Dem noch nicht genug: "Es kämpft kein Tennisspieler, auch nicht die, die weiter unten stehen, ums Überleben. Es muss keiner verhungern". Diese Worte haben für großes Aufsehen gesorgt, die Schweizer Zeitung "Blick" titelte daraufhin etwa, dass sich Thiem mit Federer und Djokovic anlegt.

Wohl auch deshalb war Thiem nun bemüht, etwas zurückzurudern. "Es ist ein bisschen hart rübergekommen, was ich da gesagt habe, so hart habe ich es nicht gesagt", erklärte der 26-Jährige. Neben der Unterstützung von Spielern, die "weiter hinten stehen oder am Weg nach oben sind", ist ihm etwas anderes viel wichtiger: "Es ist sowieso ein Fakt, nicht nur in der derzeitigen Zeit. Es wird immer Menschen, Tiere und Organisationen geben, die Unterstützung viel dringender brauchen als wahrscheinlich jeder einzelne Sportler." Details über etwaige soziale Projekte wurden nicht genannt.

Durch die Lockerungen der Bundesregierung mit Montag vergangener Woche ist es für den Australian-Open-Finalisten wieder möglich, auf dem Platz zu trainieren. Die Einheiten gehen dabei in Alt Erlaa in Wien über die Bühne. "Ich habe mich schon gefreut auf das erste Mal wieder richtig spielen. Vom Spielen her ist es ganz gut gegangen, ich habe aber nicht fassen können, welchen Muskelkater ich am Tag danach gehabt habe", berichtete Thiem. Das sei trotz viel Lauf- und Oberkörpertraining während der letzten Wochen und "ganz passablem Fitness-Level" der Fall gewesen. "Ich habe nicht glauben können, dass eine Bewegung, die man eigentlich das ganze Leben gemacht hat, am nächsten oder übernächsten Tag so viele Schmerzen verursachen kann", so Thiem.

Auf Spiele auf der ATP-Tour muss er noch länger warten, die steht bis zumindest Mitte Juli still. Turnier-Matchpraxis könnte es trotzdem geben. So ist ja etwa ein Corona-konformer mehrwöchiger Event in Österreich und Deutschland in Planung. "Sicher ist es ein Thema für mich, es wäre ein erster kleiner, aber super Schritt zurück ins Wettkampftennis. Vor allem, weil es ja in Österreich und Deutschland richtig gute Spieler gibt mit denen man sich geile Matches liefern könnte", sagte Thiem. Fixiert sei aber noch nichts.

'Geisterturniere' ohne Zuschauer hält er in Zukunft für nicht wahrscheinlich. "Eine Möglichkeit ist das sicher, aber ich glaube, dass es im Tennis einfach sehr aufwendig und schwierig ist, weil du musst die ganzen Spieler, die überall auf der Welt verstreut leben, an einen Ort bringen", meinte Thiem. In anderen Bereichen kann er sich Sport ohne Zuschauer aber gut vorstellen. "Geisterspiele im Fußball oder Geisterrennen sind sicher eine wichtige Sache für die Leute, weil sie dann wieder Livesport im TV haben und wieder ein Ding mehr haben, auf das sie sich freuen können", meinte er.

Thiem selbst würde sich auf den geplanten Formel-1-Start am 5. Juli in Spielberg freuen: "Ich glaube, dass das in Spielberg ein bisschen ein Indikator sein könnte für andere Sportarten, wie es ablaufen könnte, wenn sich die ganze Pandemie ein bisschen beruhigt hat."

Quelle: Agenturen