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Super-League-Rebellen hoffen auf juristischen Erfolg

11. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Die Aufregung war groß, als zwölf europäische Fußball-Spitzenclub im April 2021 eine Super League ausriefen. Nach nur 48 Stunden mit Fanprotesten und Verbandsdrohungen war das Projekt am Ende - doch die Rebellen geben nicht auf. Seit Montag beschäftigt sich mit dem Fall der Europäische Gerichtshof. Real-Madrid-Präsident Florentino Pérez erhofft sich einen juristischen Durchbruch für das umstrittene Projekt, das eine Konkurrenz zur Champions League darstellen soll.

"Superliga bedeutet Freiheit", betonte der milliardenschwere Unternehmer zuletzt immer wieder. In dem Verfahren in Luxemburg (Rechtssache C-333/21) fechten die zwölf Gründervereine der European Superleague Company um Real Madrid, den FC Barcelona und Juventus Turin die Monopolstellung der UEFA an.

Diese würde "ihre beherrschende Stellung auf dem Markt der Veranstaltung internationaler Wettbewerbe für Fußballvereine in Europa und auf dem Markt der Kommerzialisierung der mit diesen Wettbewerben verbundenen Rechte missbrauchen", heißt es in der Klage. Nach Ansicht von Pérez ist "das Monopol der UEFA mit dem Recht der Europäischen Union unvereinbar".

Zudem haben die rebellischen Topclubs Sicherheitsmaßnahmen beantragt, "um die Gründung und Veranstaltung der European Super League zu ermöglichen". Der Europäische Gerichtshof soll überprüfen, ob die im Vorjahr durch die FIFA und UEFA angedrohten Sanktionen gegen teilnehmende Clubs und Spieler rechtmäßig waren. Neben Juve, Real und Barca gehörten die beiden Mailänder Clubs AC und Inter, Atlético Madrid sowie aus England Arsenal, Chelsea, Liverpool, Tottenham, Manchester United und Manchester City dazu.

EuGH-Urteil mit Spannung erwartet

Den Antworten des EuGH kommt eine große Bedeutung zu. Sie sind bindend, auch wenn am Ende der spanische Gerichtshof über die Klage entscheidet. Das Urteil, das im Kern die Struktur des Sportsystems berührt, wird aber erst in einigen Monaten erwartet. Sollte das Gericht gegen die Verbände urteilen, "könnte das dazu führen, dass es ganz viele verschiedene neue Player auf dem Markt gibt. Dann gibt es möglicherweise drei Europameister wie beim Boxen", sagte der Sportrechtler Holger Jacob im "Deutschlandfunk".

Die Rebellen betonen dagegen die angeblichen Vorteile. Wie Peréz hat auch Juve-Boss Andrea Agnelli das Projekt längst nicht begraben. Der hoch verschuldete italienische Rekordmeister halte an den Plänen, "die Schaffung eines langfristigen Wertes für das Unternehmen und die gesamte Fußball-Industrie zu verfolgen", weiter fest, teilte ein Vereinssprecher am Montag mit. Und Barça-Präsident Joan Laporta betonte unlängst wieder, die Super League sei wichtig "für die Nachhaltigkeit des Fußballs".

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Kaum Kritik in Spanien

In Spanien stoßen die Superliga-Pläne übrigens auf deutlich weniger Widerstand bei Medien und Fans als in anderen Ländern. Die Regierung ist zwar dagegen. Kritik gibt es allerdings kaum, Fan-Proteste gegen das Vorhaben - wie etwa in England - schon gar nicht. Real-Boss Pérez genießt die Unterstützung der Mitglieder seines Clubs. Auf der Jahresversammlung des spanischen Rekordmeisters im November 2021 wurde er laut bejubelt, als er sagte: "Wir werden uns von illegalen Drohungen nicht einschüchtern lassen."

Der UEFA und deren Präsident Aleksander Ceferin warf Peréz vor, "jeden Dialog abgelehnt" zu haben und eigene Interessen zu verfolgen. Ceferin selbst reagierte gelassen auf den erneuten Vorstoß der Topclubs. "Was die Entscheidung des Gerichts auch sein mag, sie ändert nichts: Das Projekt ist tot, weil niemand mitmachen will", sagte der 54-Jährige jüngst im Interview der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport".

Quelle: Agenturen / mpa