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Sturm Graz kämpft sich zu EL-Traumstart gegen Midtjylland

08. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

Sturm Graz ist perfekt in die Europa League gestartet. Österreichs Fußball-Vizemeister feierte am Donnerstag gegen den FC Midtjylland einen verdienten und am Ende hart erkämpften 1:0-Heimsieg. Nach dem frühen Tor von Emanuel Emegha (8.) machten es die Steirer trotz dominanter Vorstellung aufgrund mangelnder Effizienz, einem vergebenen Elfmeter und Gelb-Rot für Kapitän Stefan Hierländer (73.) lange spannend.

Emegha (24.) und Jon Gorenc-Stankovic (61.) scheiterten jeweils an der Querlatte. Dazwischen vergab Tomi Horvat mit einem Elfmeter (42.) die größte Chance auf die Vorentscheidung. Nach einigem Zittern stand der erste Heimsieg für Sturm in einer europäischen Gruppenphase seit fast 13 Jahren fest. Am 16. Dezember 2009 wurde Galatasaray Istanbul durch ein Tor von Daniel Beichler 1:0 bezwungen. In der Parallelpartie behielt Lazio Rom gegen Gernot Trauners Feyenoord Rotterdam deutlich mit 4:2 die Oberhand.

Sturm hatte Midtjylland im Vorfeld mit kalkuliertem Understatement in die Favoritenposition geschoben. Mit der beinahe identen Formation wie beim 0:0 gegen Hartberg am Wochenende wollten die Grazer danach überraschen. Was vor 10.521 Zuschauern gelang, nach acht Minuten verwertete Emegha die bereits dritte Grazer Möglichkeit aus kurzer Distanz. Der Niederländer löste sich im richtigen Moment von seinem Gegenspieler und versenkte die punktgenaue, flache Dante-Hereingabe im kurzen Eck.

Christian Ilzer ließ mit William Böving neben Emegha wieder ein 19-jähriges Angriffsduo werken. In der Innenverteidigung kehrte David Affengruber anstelle von Aleksandar Borkovic zurück. Im Verbund mit Mittelfeldabräumer Jon Gorenc-Stankovic hatte die Sturm-Abwehr den dänischen Tabellenachten eigentlich komplett unter Kontrolle.

Nach einer Trauerminute für die verstorbene Queen Elizabeth II., die 1969 in Graz zu Gast gewesen war, waren zunächst die Sturm-Fans mit der plakativen Forderung nach einer Ivica-Osim-Straße auf den Plan getreten.

Vom Midtjylland kam wenig. Der dänische Vizemeister war nach technischen Problemen auf dem Flug lange auf Achse gewesen. Mit Reisestrapazen ließ sich der schwache Auftritt aber wohl kaum erklären. Im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Albert Capellas reichte es zu keiner Top-Möglichkeit in Hälfte eins.

Sturm verpasste die Vorentscheidung. Der turmhohe Emegha zeigte nach Tomi Horvats Idealpass erst Robustheit, drosch den Ball dann aber vom Fünfer an die Latte (24.). Goalie Jonas Lössl hielt seine Truppe gegen Böving (33.) und kurz darauf beim Elfmeter von Horvat (42.) im Spiel. Der halbhohe und unplatzierte Versuch des Slowenen machte es Lössl leicht. Evander hatte zuvor Jusuf Gazibegovic äußerst ungeschickt niedergerissen.

Nach dem Seitenwechsel ließ Midtjylland erahnen, warum es die vergangene EL-Saison mit neun Punkten abgeschlossen hat. Affengrubers Block gegen Anders Dreyer war eine entscheidende Tat (50.), Jörg Siebenhandl tauchte bei einem Paulinho-Fernschuss ab (51.).

Die zwingenderen Möglichkeiten hatte weiter Sturm: Ein Stankovic-Kopfball landete an der Latte (61.), im folgenden Gestocher wurde Emeghas-Versuch von der Linie gekratzt. So blieb die Partie weiter offen, Dreyer zielte nur knapp daneben (66.). Ab der 74. Minute war Sturm nur noch zu zehnt. Hierländer flog nach einem harten Einstieg gegen Paulinho mit Gelb-Rot vom Feld. Ilzer forcierte danach die Defensive. Sein Team blieb defensiv stabil und brachte den Sieg souverän über die Zeit.

Quelle: Agenturen