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Spielberg bleibt auch mit Schikane Ducati-Land in MotoGP

19. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die neue Sicherheits-Schikane für den Motorrad-GP von Österreich 2022 hat den ersten Test gut bestanden. Tagesbestzeit in der MotoGP und damit auch neuen "Rundenrekord" erzielte am Freitag der Franzose Johann Zarco in 1:29,837 Minuten. Mit gleich sieben Bikes in den Top acht dominierte Ducati den ersten Trainingstag in Spielberg komplett. Das Rennen der Königsklasse steigt am Sonntag um 14.00 Uhr (live ServusTV).

Auch der Red Bull Ring war am Donnerstag von den schweren Unwettern in der Steiermark getroffen worden. Zwar gab es auch auf der Anlage einen längeren Stromausfall und musste die Pressekonferenz von Serienweltmeister Marc Marquez unterbrochen werden. Insgesamt überstand die Strecke den Sturm aber wie durch ein Wunder weitgehend unbeschadet, obwohl rundherum Bäume und Strommasten geknickt worden waren und auch einige Camper in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Freitagfrüh probierte zunächst die Moto3 auf noch nasser Strecke die neue Schikane, die wegen einiger schlimmer Unfälle eingerichtet worden war, aus. Sie macht die Strecke für die Motorräder gegenüber dem Formel-1-Layout um 30 Meter länger. Die Rundenzeiten sind nun aber natürlich deutlich langsamer. In der MotoGP etwa lag der alte Streckenrekord von Jorge Martin bei 1:22,643 Minuten und einem Schnitt von 188,0 km/h.

Richtig zur Sache ging es am Nachmittag im zweiten freien Training, das vor allem eines bewies. Trotz Schikane und aller Unkenrufe geben die italienischen Motorräder in Spielberg weiter den Ton an. Allen voran Ducati. In der kombinierten Zeitenliste war Weltmeister Fabio Quartararo hinter Zarco, Jack Miller und Jorge Martin mit seiner Yamaha als Vierter der einzige Nicht-Ducati-Fahrer in den Top acht.

Neunter wurde Maverick Vinales auf Aprilia, also einem weiteren Bike aus Italien. Brad Binder war als Zehnter bester KTM-Pilot. Sein Teamkollege Miguel Oliveira stürzte wie im Vorjahr und wurde nur 22. Ducati hat sechs der acht Spielberg-Rennen seit 2016 gewonnen, KTM die restlichen zwei.

"Der Tag war enttäuschend", sagte 2020-Sieger Oliveira, dem KTM zuvor erneut einen Platz im 2023 GasGas heißenden, zweiten Werksteam angeboten hatte. Sogar Firmenchef Stefan Pierer und Vorstandsmitglied Hubert Trunkenpolz bemühten sich in Spielberg, um den Portugiesen "in der Familie" zu behalten. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich derzeit keine Antwort habe", berichtete Oliveira. "Ich muss nach dem Rennen darüber nachdenken."

Die Piloten hatten sich im Vorfeld zur Schikane, jetzt Kurve 2A und 2B genannt, durchaus positiv geäußert. "Sie passt zu meinem Fahrstil", sagte etwa Maverick Vinales. Ducati-Fahrer Francesco Bagnaia, der von den jüngsten sieben MotoGP-Rennen vier gewonnen hat und WM-Dritter hinter Quartararo und Aleix Espargaro ist, fehlt die Herausforderung aber doch ein wenig. "Weniger Spaß, dafür mehr Sicherheit", meinte er augenzwinkernd.

Die neue Links-Rechts-Links-Variante bremst die Bikes nun auf 80 km/h ein, ehe es danach weiter hinauf geht zu Kurve 3. Diese war früher direkt angefahren und mit fast 320 km/h angebremst worden. Jetzt sind es nur noch rund 240 km/h.

Schnellste Fahrer in den Unterklassen waren der Thailänder Somkiat Chantra (Moto2) bzw. der Italiener Dennis Foggia (Moto3). Am Samstag folgt jeweils ein weiteres Vormittags-Training. Am Nachmittag stehen die Qualifyings auf dem Programm, während die MotoE und der Rookies Cup bereits ihre ersten von jeweils zwei Rennen absolvieren. Alle Trainings und Rennen sind live auf ServusTV zu sehen.

Quelle: Agenturen