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Rapid scheitert im ÖFB-Cup an Hartberg

05. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Rapid hat sich am Samstag aus dem Fußball-ÖFB-Cup verabschiedet. Die Hütteldorfer kassierten im Viertelfinale gegen den TSV Hartberg eine 1:2-Heimniederlage und müssen damit weiterhin auf ihren ersten Pokal-Triumph seit 1995 warten.

Christoph Knasmüllner brachte die Hausherren in der siebenten Minute in Führung, die Steirer sorgten noch vor der Pause durch Jürgen Heil (23.) und Philipp Sturm (45.+2) für die Wende.

Angesichts des großen Rückstands auf Red Bull Salzburg in der Bundesliga verlängert sich damit wohl die titellose Zeit von Grün-Weiß. Seit dem Gewinn der Meisterschaft 2008 läuft der Club vergeblich einer Trophäe nach.

Knasmüllner bringt Rapid in Führung 

Im Allianz Stadion deutete in den ersten Minuten noch wenig auf eine Überraschung hin. Bei Rapid saßen die beiden Winter-Zugänge Yusuf Demir und Ferdy Druijf zunächst auf der Bank, Taxiarchis Fountas und Robert Ljubicic fehlten krankheitsbedingt. Dennoch begannen die Gastgeber vor 2.000 Zuschauern stark, entwickelten viel Druck und stellten früh auf 1:0. Nach einer eher zufälligen Vorarbeit des neuerlich schwachen Koya Kitagawa schlenzte Knasmüllner den Ball mit dem Außenrist via Innenstange ins Netz.

Auch nach dem Kunstschuss diktierte Rapid das Geschehen, leistete sich aber in der 23. Minute einen folgenschweren Patzer. Das Herausspielen aus der Abwehr misslang völlig, Emanuel Aiwu brachte einen Rückpass von Dejan Petrovic nicht unter Kontrolle, Heil grätschte dazwischen und bugsierte den Ball ins Tor.

Damit war Rapids Spielfluss gebrochen, es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie ohne große Höhepunkte, sieht man von der Wadenverletzung von Maximilian Hofmann ab. Der Rapid-Innenverteidiger musste deshalb in der 38. Minute ausgetauscht werden. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde das Spiel wieder turbulenter. Zunächst pfiff Schiedsrichter Christopher Jäger nach einem Zweikampf zwischen Filip Stojkovic und Thomas Rotter Elfmeter für den TSV, nahm diese Entscheidung aber nach genauerer Betrachtung der TV-Bilder zurück.

Drujif-Debüt und Demir-Rückkehr

Kurz vor dem Halbzeitpfiff fing Youba Diarra einen Pass von Martin Moormann ab und setzte Sturm ein, der Rapid-Goalie Paul Gartler mit einem Flachschuss bezwang. Nach dem Seitenwechsel konnte Rapid mit dem vermehrten Ballbesitz nichts anfangen, daran änderten auch die Einwechslungen von Demir und Druijf nach einer knappen Stunde nichts.

Mit Ausnahme eines Kopfballs von Hofmann-Ersatz Dalibor Velimirovic neben das Tor (64.) und eines von Hartberg-Goalie Florian Faist parierten Grüll-Freistoßes (75.) hatten die Hütteldorfer in der Offensive praktisch nichts zu bieten, dafür sah Velimirovic in der 78. Minute Gelb-Rot. Die große Chance auf das 2:2 vergab Demir, sein Kopfball wurde in der Nachspielzeit von Christian Klem knapp vor der Linie abgewehrt.

So brachten die Hartberger den Vorsprung über die Zeit, und das, obwohl sie erst vor wenigen Tagen von einem Corona-Cluster betroffen waren. Allerdings stand Trainer Kurt Russ ein Großteil seiner Profis wieder zur Verfügung, lediglich im Tor musste er auf die etatmäßige Nummer drei Faist zurückgreifen - der 32-Jährige lieferte eine abgeklärte Leistung ab. Auch deshalb gelang den Hartbergern bereits der zweite Saison-Auswärtssieg gegen Rapid. Im Sommer hatte man in der Liga ebenfalls in Wien-Hütteldorf gewonnen.

Die Stimmen zum Spiel 

Ferdinand Feldhofer (Rapid-Trainer): "Das war ein absoluter Selbstfaller, natürlich enttäuschend. Wir haben uns durch einen Fehler so verunsichern lassen. Von 1:1 bis zum Doppeltausch (Anm.: von Demir und Druijf) haben wir komplett den Zugriff verloren und nicht mehr selbstbewusst agiert. Wenn man das Spiel drittelt, waren das erste und das dritte Drittel sehr gut. Dazwischen haben wir eines ausgelassen. Man darf jetzt nicht den Fehler machen, alles zu verteufeln."

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): "Ich bin überglücklich, meine Mannschaft hat alles gegeben. Dafür, was wir in der Vorbereitung erlebt haben, habe ich einen Riesenstolz auf das Team. Es war auch ein verdienter Sieg. Ab dem Ausgleich waren wir super in der Partie drin."

Quelle: Agenturen / mpa