APA - Austria Presse Agentur

Siegeslauf zum Ligastart für Salzburg mittlerweile Standard

29. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Neun Pflichtspiele, neun Siege: Matthias Jaissle schwimmt mit Red Bull Salzburg weiter auf der Erfolgswelle. Auch eine starke Rotation konnte den Serienmeister nicht außer Tritt bringen. Mit sieben frischen Kräften in der Startelf wurde Hartberg am Samstag auswärts in der 6. Fußball-Bundesliga-Runde mit 1:0 bezwungen. Sechs Ligasiege zum Auftakt sind mittlerweile Standard im Lager der "Bullen", die dieses Kunststück zum vierten Mal in Folge schafften.

"Ich bin froh, dass wir unsere Serie vor der Länderspielpause fortsetzen konnten. Gratulation an meine Mannschaft wie sie sich Woche für Woche präsentiert", sagte Jaissle. Nach dem dritten Einzug in die Champions-League-Gruppenphase in Folge am Mittwoch ging für die Salzburger also eine perfekte Woche zu Ende. "Derzeit läuft es top. Neun Spiele, neun Siege - mehr kann man nicht schaffen. Manchmal denkt man sich schon, es ist ein Traum, aber den lebe ich gerade und versuche das Beste zu geben", verlautete Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald.

Der erst 20-Jährige war einer der Profiteure von namhaften Abgängen im Sommer und hat sich einen Stammplatz erarbeitet. Das trifft auch auf Stürmer Karim Adeyemi zu, der mit sechs Treffern die Ligaschützenliste anführt und auch dadurch gar den Sprung ins deutsche Nationalteam geschafft hat. "Zur Zeit gehen nur Träume in Erfüllung, es ist absolut unglaublich, das ist absoluter Wahnsinn", betonte der 19-Jährige im Sky-Interview.

Beim Anruf von Neo-DFB-Teamchef Hansi Flick habe er angefangen zu stottern. "Ich war so glücklich und konnte es kaum fassen", so Adeyemi, der sich besonders darauf freut, Marco Reus kennenzulernen. Nur im Kader dabei zu sein, damit will er sich nicht zufriedengeben. "Ich glaube an mich und werde der Mannschaft und dem Trainer zeigen, dass ich es verdient habe, da dabei zu sein." Der Großteil des Salzburg-Kaders kann die Länderspielpause nicht zum Durchschnaufen nützen, da Einsätze bei diversen Nationalteams auf dem Programm stehen.

Konkret sind davon gleich 13 Spieler betroffen. Andreas Ulmer ist beim ÖFB-Team, Adeyemi bei den Deutschen, Brenden Aaronson beim US-Team, Mohamed Camara ist mit Mali im Einsatz, Rasmus Kristensen steht im dänischen Kader und Benjamin Sesko in dem Sloweniens. Auf U21-Ebene sind Junior Adamu und Nicolas Seiwald bei Österreich, Nico Mantl bei Deutschland, Kamil Piatkowski bei Polen, Maurits Kjaergaard bei Dänemark, Brian Okoh in der Schweiz und Luka Susic in Kroatien im Einsatz.

Coach Jaissle kann hingegen ein wenig Durchschnaufen. "Es gibt ein bisschen Zeit, um aufzuarbeiten, was war gut, was nicht so", gab der 33-Jährige Einblick. Es gäbe sicher noch Abläufe, wo man sich steigern könne. "Die Rotation funktioniert schon sehr gut. Wir haben unseren Matchplan gut umgesetzt, die Chancenauswertung war nicht ganz so, wie wir es uns gewünscht haben. Es war aber auch richtig schwierig, in Hartberg die drei Punkte einzufahren", fasste Salzburgs Trainer zusammen.

Am 11. September will er bei der WSG Tirol schaffen, was seinem Vorgänger Jesse Marsch vergangene Saison nicht geglückt war, nämlich auch die siebente Partie zu gewinnen. Zuvor 2019/20 ist das dem US-Amerikaner gelungen. Unter Marco Rose hatte Salzburg 2018/19 die ersten zehn Spiele siegreich bestritten.

Für die Hartberger sind solche Erfolge Utopie, sie halten nach sechs Runden weiter bei fünf Zählern. "Von den Punkten bin ich nicht zufrieden, vom Auftreten schon. Uns fehlt ein bisschen die Konstanz, damit wir mehr Punkte haben", resümierte TSV-Trainer Kurt Russ. Auch gegen Salzburg wäre doch überraschend mehr drinnen gewesen, was die mangelnde Effizienz aber verhinderte. "Wir waren ganz nahe dran am Punktgewinn. Gegen Salzburg musst du die Sitzer machen, aber derzeit haben wir das Spielglück einfach nicht", meinte Russ.

Der Nachfolger von Markus Schopp will nun an dem ein oder anderen Schrauben drehen. Gut möglich ist, dass er Abgänge verkraften und neue Spieler integrieren muss. Sascha Horvath wird etwa hartnäckig mit einem Transfer innerhalb der Liga in Verbindung gebracht. "Gerüchte hin oder her, derweil bin ich noch da. Was passiert, wird man sehen", hielt sich der Offensivspieler bedeckt. In Hartberg rechnet man mit einem Abgang. "Wenn er gehen sollte, dann haben wir zwei, drei Sachen im Kopf", sagte Russ. In Hartberg sei es üblich, wichtige Spieler abzugeben. "Wir werden dann versuchen, die Lücke so schnell als möglich zu füllen."

Quelle: Agenturen