Shiffrin fixiert mit Sieg vorzeitig Slalom-Kugel
Die Flachau-Dritte (+2,21) verbesserte sich im zweiten Durchgang trotz eines großen Fehlers noch um fünf Positionen. "Immer die Deutschen", sagte die Kärntnerin mit einem Lächeln im ORF. "Ohne den Fehler wäre es möglich gewesen. Für diesen Patzer ist der vierte Platz eigentlich eh gut. Es tut ein bissl weh, aber die Hundertstel kommen zurück." Nach zuletzt konstanten Leistungen freut sich Truppe auf die anstehenden Olympischen Spiele. Nach einer kurzen Pause stehen Trainingseinheiten am Weißensee auf dem Programm. "Form konservieren und bei den Spielen zuschlagen", lautet ihr Motto.
Katharina Huber gelang mit einem starken zweiten Lauf ebenfalls eine Aufholjagd, die Halbzeit-14. fuhr als Siebente (+2,91) in die Top Ten. "Ich habe probiert, mein Herz in die Hand zu nehmen", sagte Huber. Katharina Gallhuber sammelte bei der Olympia-Generalprobe als 14. (+4,28) gute Argumente für eine Nominierung für die Winterspiele in Italien. "Lieber wäre mir gewesen, wenn ich heute ein bombastisches Ergebnis gezeigt hätte", betonte die Niederösterreicherin allerdings. Im Rennen um die Cortina-Teilnahme ist neben Gallhuber auch noch Lisa Hörhager, die zu Sturz kam und ausschied. Sie wurde zu Untersuchungen ins Spital gebracht.
Bei den rot-weiß-roten Slalom-Frauen haben nur Truppe und Huber ihre Olympiatickets sicher. Hörhager hatte sich rund um Weihnachten beim Slalomtraining einen Einriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk zugezogen, diese Stelle sowie die Hüfte schmerzten nun. Beim Knie dürfte alles in Ordnung sein.
Insgesamt 17 Kugeln für Shiffrin
Shiffrin liegt im Slalom-Weltcup zwei Rennen vor Saisonende nun uneinholbar 288 Punkte vor Rast. Im Gesamtweltcup baute Shiffrin den Vorsprung auf die Schweizerin nach ihrem 71. Slalom-Weltcupsieg, dem siebenten im achten des Olympia-Winters, auf 170 Zähler aus. Für die fünfmalige Gesamtweltcupsiegerin ist es die zwölfte Disziplinen-Kugel nach zwei Gesamtsiegen im Riesentorlauf und einem im Super-G.
Sie habe gar nicht so viel an die Kugel gedacht, erklärte Shiffrin im Zielraum. "Es gab so viele Dinge am Kurs zu beachten. Das ist eine nette Überraschung", sagte die Ausnahmekönnerin. "Es fühlt sich einfach großartig an, hier zu sein", sagte Shiffrin, die ihre erste Kugel vor 13 Jahren gewonnen hatte. Drei fehlen noch auf Rekordhalterin und Landsfrau Lindsey Vonn. Shiffrin ist auch die erste Skirennläuferin in der alpinen Ski-Historie, die neun Kugeln in einer Disziplin holte.
Shiffrin für Truppe "unantastbar"
"Sie steht einfach gut zentral auf dem Ski, vermeidet große Fehler und das macht sie gerade wieder einmal unantastbar", sagte Truppe über ihre Konkurrentin. Vor genau 15 Jahren hatte Shiffrin an Ort und Stelle ihr Debüt im Weltcup gefeiert und sich am Sonntag bereits im ersten Durchgang den größten Halbzeitvorsprung (1,26 Sek.) im Slalom-Weltcup seit acht Jahren erarbeitet. Bei Olympia warte aber "eine total andere Herausforderung" auf sie, betonte Shiffrin.
Zusammenfassung
- Mikaela Shiffrin hat mit ihrem 108. Weltcupsieg in Spindleruv Mlyn vorzeitig die neunte Slalom-Kristallkugel gewonnen und liegt im Slalom-Weltcup nun uneinholbar 288 Punkte vor Camille Rast.
- Die US-Amerikanerin siegte mit 1,67 Sekunden Vorsprung vor Rast und baute ihren Vorsprung im Gesamtweltcup auf 170 Punkte aus; Emma Aicher wurde Dritte (+2,18), Katharina Truppe Vierte (+2,21).
- Mit insgesamt 17 Kristallkugeln und erstmals neun Titeln in einer Disziplin ist Shiffrin nun alleinige Rekordhalterin im alpinen Skisport.
