APA - Austria Presse Agentur

Salzburg bei Sturm Graz in klarer Favoritenrolle

Juni 09, 2020 · Lesedauer 4 min

In der Meisterrunde der heimischen Fußball-Bundesliga kommt es Mittwochabend zum Duell des im Höhenflug befindlichen Meisters Red Bull Salzburg und dem derzeit schwächelnden Team von Sturm Graz. Anpfiff ist in Graz um 20.30 Uhr. Bereits zwei Stunden davor empfängt der LASK in Pasching Rapid Wien und möchte seinen ersten Sieg nach der Corona-Pause einfahren. Der WAC trifft zeitgleich auf Hartberg.

Vor dem Fußball-Bundesliga-Duell zwischen Sturm Graz und Red Bull Salzburg sind die Rollen klar verteilt. Der Meister und überlegene Tabellenführer hat die jüngsten drei Matches bei einem Torverhältnis von 13:0 gewonnen und ist seit fünf Pflichtspielen ohne Gegentreffer. Die Steirer hingegen gingen zuletzt dreimal als Verlierer vom Platz, rutschten in der Meistergruppe auf den letzten Platz ab und sind gegen Salzburg seit neun Liga-Partien sieglos.

Dennoch zeigte "Bullen"-Coach Jesse Marsch vor dem angeschlagenen Gegner Respekt. "Sturm ist gerade deshalb gefährlich, weil sie in den beiden Spielen seit Wiederbeginn noch nicht gepunktet haben", warnte der US-Amerikaner. Man wolle an die Leistung beim 6:0 am Sonntag in Hartberg anknüpfen. "Bei diesem Match hat sehr viel gepasst. Und für einen Erfolg am Mittwoch brauchen wir wieder so eine konzentrierte und fokussierte Leistung."

Sturm-Coach Nestor El Maestro spekuliert mit einer engen Partie. "Man kann zwar nicht von großem Optimismus sprechen, aber ein Spiel ist nicht verloren, bevor es gespielt ist", sagte der gebürtige Serbe. Die Außenseiterrolle könne ein Vorteil für Sturm sein, mutmaßte El Maestro. "Für den Underdog, und das sind sicher wir, ist so ein Spiel psychologisch einfacher zu spielen als viele andere. Man steht gefühlt weniger unter Druck, hat aber die Chance, etwas Großartiges zu leisten."

Wenn der LASK den nur einen Punkt vor ihm liegenden Tabellendritten Rapid empfängt, dann geht es für die Linzer gleich in vielerlei Hinsicht um Wiedergutmachung. Das bisher jüngste Duell brachte am 1. Dezember einen klaren 4:0-Auswärtserfolg der Wiener. Zudem ist der LASK nach der Corona-Pause schwach gestartet, und die Sechs-Punkte-Strafe sitzt auch noch tief.

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer erwartet daher ein "sehr intensives" Duell mit den Linzern, die nach einer 1:2-Heimniederlage gegen TSV Hartberg und einem 3:3 zuletzt in Wolfsberg in der Meistergruppe noch sieglos sind. "Von sechs möglichen Punkten nur einen gemacht zu haben ist viel zu wenig", gestand LASK-Coach Valerien Ismael am Dienstag in Pasching, dass seine Mannschaft "noch auf der Suche nach der Topform" sei. "Doch es ist noch viel Zeit, und wir werden uns von Spiel zu Spiel steigern", versprach der 44-jährige Franzose.

Nach dem gelungenen Start in die Meistergruppe peilt indes der WAC am Mittwoch den nächsten Schritt Richtung Europacup-Teilnahme an. Mit einem Heimsieg über den TSV Hartberg würden die Kärntner ihren Platz unter den Top drei festigen und den positiven Trend fortsetzen. Die Wolfsberger sind seit vier Runden ungeschlagen und holten nach der Corona-Pause einen Sieg über Sturm Graz sowie ein Remis gegen den LASK. "Das ist ein Zeichen, dass wir gut gearbeitet haben und uns bestmöglich vorbereitet haben, aber wir müssen jetzt weiter performen", forderte Trainer Ferdinand Feldhofer.

Seine Truppe liegt aufgrund der um einen Treffer besseren Tordifferenz vor Rapid und einen Punkt vor dem LASK auf Rang zwei. Damit diese Platzierung gehalten werden kann, ist bei der Aufstellung Fingerspitzengefühl gefragt. "Jetzt zählt die Frische. Entscheidend ist, wer über die englischen Wochen mit seiner Kaderdichte am besten drüberkommt", meinte Feldhofer.

Die Hartberger zahlten am Sonntag mit dem 0:6-Heimdebakel gegen Red Bull Salzburg Lehrgeld. TSV-Coach Markus Schopp wollte das Salzburg-Match nicht überbewerten. "Man darf sich davon genauso wenig wie vom Sieg gegen den LASK verrückt machen lassen", betonte der Ex-Teamspieler. "Ich stelle fest, dass wir uns weiterentwickelt haben in vielen Bereichen. Es fehlt uns aber eine gewisse Breite im Kader, um Dinge zu kompensieren."

Quelle: Agenturen