APA - Austria Presse Agentur

Sainz angeblich Vettels Nachfolger bei Ferrari

Mai 13, 2020 · Lesedauer 4 min

Über Sebastian Vettels Zukunft in der Formel 1 wird heftig spekuliert. Ferrari hat dagegen nach dem Aus des Ex-Weltmeisters angeblich schon die Nachfolge in Höchstgeschwindigkeit geklärt und den Sohn von Rallye-Legende Carlos Sainz zur neuen Saison verpflichtet. Carlos Sainz jr. ersetzt ab 2021 Medienberichten zufolge den Deutschen und soll die Nummer eins Charles Leclerc unterstützen.

Nach Informationen von RTL/ntv und "motorsport-total.com" soll der mit Hochspannung erwartete Wechsel des McLaren-Piloten noch im Laufe dieser Woche bekanntgeben werden. Ferrari und McLaren teilten am Mittwoch auf Nachfrage mit, dass man Spekulationen nicht kommentiere. Die Zukunft von Sainz könnte also geklärt sein, hinter Vettels Planungen stehen Fragezeichen.

Erst am Dienstag hatte Ferrari die Trennung vom 32-jährigen zum Ende des Jahres verkündet. "Es gab keinen bestimmten Grund, der zu dieser Entscheidung geführt hat", behauptete Scuderia-Teamchef Mattia Binotto, "abgesehen vom gemeinsamen und freundschaftlichen Glauben, dass die Zeit gekommen ist, getrennte Wege zu gehen, um unsere jeweiligen Ziele zu erreichen."

Vettel war nach fünf Jahren ohne WM-Titel mit den Italienern deutlicher geworden. "Um die bestmöglichen Ergebnisse in diesem Sport zu erzielen, ist es für alle Beteiligten wichtig, in perfekter Harmonie zu arbeiten", erklärte der ehemalige Champion, der mit Red Bull von 2010 bis 2013 vier WM-Titel en suite gewonnen hatte. Vertrauen und Zusammenhalt waren laut Vettel einfach nicht mehr ausreichend vorhanden.

Ferrari vollzieht auf Fahrerseite nun eine Wende. Der mit einem Vertrag bis Ende 2024 ausgestattete 22-jährige Monegasse Leclerc ist künftig das klare Alphatier der Scuderia, der knapp drei Jahre ältere Sainz soll der verlässliche Helfer sein. Seit seinem Einstieg 2015 in die Königsklasse des Motorsports bei Toro Rosso hat sich der Madrilene als zuverlässiger Fahrer erwiesen.

In der Saison 2017 und 2018 fuhr er bei Renault. 2019 machte Sainz mit seinem Wechsel zu McLaren den nächsten Schritt und fuhr im Grand Prix von Brasilien mit dem dritten Rang sogar seinen ersten Podestplatz heraus.

Vettel stand in seiner Karriere 120-mal auf dem Podium. Aber was macht der ehemalige Seriensieger künftig? Weiterfahren oder nicht? Das hängt sicher von seinen Optionen auf dem Fahrermarkt ab. Mercedes-Teamchef Toto Wolff startete schon erste Flirtversuche. Der Wiener lobte Vettel als großartigen Fahrer und große Persönlichkeit. Der Noch-Ferrari-Mann sei "für jedes Formel-1-Team eine Bereicherung", betonte Wolff, dessen Fahrerpaarung Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nur bis Ende dieser Saison gebunden ist.

Vettels früherer Rennstall Red Bull ist ganz auf Max Verstappen (22) zugeschnitten und kann sich Motorsportberater Helmut Marko zufolge zwei Topstars auch nicht leisten. Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hält einen Wechsel Vettels zu einem Rennstall aus der zweiten Reihe ohnehin für besser. "Ich weiß nicht, ob er es tun würde, aber ich würde zu einem Team gehen, dass nicht im Moment zu den Super-Top-Teams gehört", sagte der 89-jährige Brite "Bild live". "Er hat so viel Erfahrung, er ist super talentiert, er wäre eine große Bereicherung für ein Team, das jüngst seine Ziele verpasst hat, mehr als für Mercedes."

Ein Topteam will McLaren wieder werden. Teamchef Andreas Seidl treibt beim ehemaligen Weltmeister-Team (acht Konstrukteurstitel/zuletzt 1998) die Umstrukturierung voran. 2021 erhält McLaren wieder Mercedes-Motoren und will danach so richtig angreifen. "Ab 2022 oder 2023 wollen wir regelmäßig um Podiumsplätze und hoffentlich Siege mitfahren", lautet das langfristige Ziel von Seidl.

Vettel wäre für sein Projekt eine wertvolle Hilfe. Der Platz von Sainz könnte ja frei werden und in Lando Norris (GBR/20) hätte der Star einen entwicklungsfähigen Teamkollegen. Hinzukommt, dass sich Seidl und Vettel aus der gemeinsamen Zeit bei BMW-Sauber kennen und schätzen.

Quelle: Agenturen