"Bullen" holen sich neunten Triumph im Cup

01. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Im ÖFB-Cupfinale in Klagenfurt hat sich am Sonntag der Favorit durchgesetzt. Der hieß Red Bull Salzburg, die "Bullen" gewannen damit zum insgesamt neunten Mal den Bewerb - Rekordcupsieger ist Austria Wien mit 27 Titeln.

Vor 7.800 Zuschauern im Wörthersee Stadion setzte sich die Mannschaft von Trainer Matthias Jaissle gegen die SV Ried 3:0 (1:0) durch und schaffte das neunte Double in der Vereinsgeschichte (das vierte nacheinander).

Gedenkminute für Osim

Luka Sucic (27.) erzielte mit einem Schuss wie aus dem Bilderbuch die Führung gegen couragierte, aber glücklose Oberösterreicher. Ein Kopfball-Treffer von Maximilian Wöber (52.) kurz nach der Pause machte die Aufgabe für Ried noch schwieriger. In der zerfahrenen Schlussphase hatte Salzburg auch Spielglück und machte aus einem Konter durch Benjamin Sesko das 3:0.

Nach einer Gedenkminute für den am Sonntag verstorbenen Ex-Sturm-Graz-Trainer Ivan Osim spielten beide Mannschaften zunächst mutig nach vorne. Die in der aktuellen Bestbesetzung angetretenen Salzburger taten dies freilich ausgehend vom einem höheren Ballbesitz. Ried konnte sich über den größeren Fanzuspruch von den Rängen freuen, rund 3.500 Anhänger sollen sich nach Kärnten aufgemacht haben. Nur etwa die Hälfte zählte das Kontingent des alten und neuen Meisters.

So etwas wie ein flüssiges Spiel kam zu Beginn jedoch auch wegen vieler Unterbrechungen nicht zustande. So schied mit Martin Höfler nach einer Viertelstunde ein Linienrichter verletzungsbedingt aus, René Eisner ersetzte ihn. Ried war am gefährlichsten über Standardsituationen. Nach einem - letztlich abgefälschten - Freistoß von Kapitän Marcel Ziegl startete Salzburg mit einem langen Ball einen schnellen Gegenstoß. Offensiv-Antreiber Karim Adeyemi fand Sucic zentral außerhalb des Strafraums, der gebürtige Linzer mit kroatischem Pass jagte den Ball mit links ansatzlos ins rechte Kreuzeck.

Erhitzte Gemüter zum Partie-Ende

Zweimal versuchte Ried vor dem Pausenpfiff noch, den schnellen Ante Bajic in die Tiefe zu schicken. Salzburg-Keeper Philipp Köhn war jedoch genauso oft regelkonform noch schneller am Ball. Nach dem Seitenwechsel ließ der 26-jährige Stürmer in der 47. Minute Rasmus Kristensen aussteigen und visierte das lange Eck an - Köhn war aber erneut zur Stelle. Nicht viel später besorgte Wöber nach einem kurz abgespielten Eckball und Okafor-Flanke dann die Vorentscheidung. Der Innenverteidiger sprang in der Mitte höher als alle anderen und köpfelte an Samuel Sahin-Radlinger vorbei ins rechte Eck.

Adeyemi (60.) vergab nach Hereingabe von Andreas Ulmer die Chance auf das 3:0. Kurz darauf war der Ball zwar im Tor, Schiedsrichter Alexander Harkam erkannte nach VAR-Konsultation jedoch ein Vergehen. Adeymi war mit vollem Karacho in Sahin-Radlinger gerutscht. Für die Schlussphase kam aufseiten der Salzburger mit dem US-Amerikaner Brenden Aaronson ein weiterer schneller Mann. Bei den Riedern war Bajic unermüdlich, in der 67. Minute pflückte Köhn seinen Fallrückzieher relativ sicher herunter.

In den letzten 20 Minuten erhitzten sich die Gemüter - auch das zeigte, dass Ried die Partie nicht aufgeben wollte. Bajic (83.) scheiterte zunächst noch einmal an Köhn, der eingewechselte Leo Mikic zielte aufs leere Tor, doch Wöber kratzte den Ball akrobatisch von der Linie. Der Innenverteidiger stand zwei Minuten später wieder im Mittelpunkt: sein mögliches Handspiel entschärfte einen gefährlichen Torschuss, wurde aber nicht mit einem Elfmeter geahndet. Aus einem Salzburger Konter erzielte Sesko dann nach Adeyemi-Flanke den 3:0-Endstand. Der Slowene ist mit fünf Treffern auch Schützenkönig im Bewerb.

Quelle: Agenturen