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Rapids Wandlung: Nach Krise auf Tuchfühlung mit Platz eins

Heute, 04:02 · Lesedauer 3 min

Dank der Punkteteilung und einer Steigerung in den jüngsten Spielen hat sich Rapid in kürzester Zeit von einem Krisenclub in einen Anwärter auf eine Top-Platzierung verwandelt. Vor wenigen Tagen drohte noch das Abrutschen in die Qualigruppe der Fußball-Bundesliga, zwei 1:0-Siege über Salzburg später ist Grün-Weiß plötzlich Dritter und hat nur noch drei Punkte Rückstand auf Leader Sturm Graz. Daher wird in guter alter Hütteldorfer Tradition schnell wieder von Großem geträumt.

Seit 16 Jahren wartet Rapid auf einen Meistertitel. Trainer Johannes Hoff Thorup wollte nach dem ersten Sieg der Wiener in Wals-Siezenheim seit August 2015 nicht ausschließen, dass die Durststrecke demnächst enden könnte. "Dieser Verein muss die Erwartungen haben, um die Meisterschaft mitzuspielen. Man weiß zwar nie, aber Rapid ist in der Lage, Meister zu werden", erklärte der Däne, betonte aber auch: "Wir tun gut daran, Schritt für Schritt zu arbeiten."

Sollten die Hütteldorfer am kommenden Sonntag daheim den LASK besiegen und Sturm zwei Tage vorher eine Heimniederlage gegen Salzburg kassieren, wäre Rapid sogar Tabellenführer. Für die Spieler war das aber kein Thema, es herrschte lediglich große Erleichterung darüber, die vergangenen Partien erfolgreich bestritten zu haben. "Es ist viel Druck abgefallen, und wir nehmen viel Selbstvertrauen für die nächsten Spiele mit", erzählte Kapitän und Goldtorschütze Matthias Seidl und meinte zu möglichen Meisterchancen: "Wir wollen und müssen den Ball flachhalten. Aber ich garantiere, dass jeder Spieler alles versucht und dass wir alles geben werden."

Während Rapid aus den vergangenen vier Runden drei Siege und ein Unentschieden holte, verloren die Salzburger ihre jüngsten drei Partien und sind seit vier Bewerbspartien sieg- und torlos. Eine derartig lange Ladehemmung gab es seit dem Einstieg von Red Bull 2005 noch nie. Verteidiger Jannik Schuster sprach von einer "schwierigen Phase" und gestand: "Wir sind ratlos."

Von den eigenen Anhängern gab es Unmutsbekundungen. "Ich verstehe den Frust der Fans", beteuerte Schuster. "Wenn man die letzten Jahre hernimmt, wie viele Trainer da waren, liegt es schon an uns. Wir müssen an uns arbeiten und endlich das auf dem Platz umsetzen, was wir während der Woche im Training zeigen." Sein Mitspieler Tim Drexler bat um Geduld. "Wir haben noch neun Spiele. Wir und auch die Fans sollten uns noch nicht aufgeben."

Beichler enttäuscht

Doch nicht nur bei den Fans, auch bei Coach Daniel Beichler schwindet die Zuversicht. "Es war die schlechteste Leistung, seit ich hier Trainer bin", erklärte der zerknirschte Nachfolger von Thomas Letsch. Man habe die Basics vermissen lassen und müsse sich nun auf "brutale Arbeit" einstellen.

Nachdenklich stimmte Beichler sowohl die Torflaute ("Ich bin nach wie vor von meinen Offensivspielern überzeugt, doch wir müssen zwingender werden") als auch der offensichtliche Rückschritt im Vergleich zur Vorwoche. Damals hatte Salzburg gegen Rapid in Wien-Hütteldorf äußerst unglücklich verloren, diesmal war die Niederlage nicht unverdient. "Es ist schwer für mich, weil es heute schlechter war als letzte Woche, aber es muss weitergehen", sagte Beichler.

Zusammenfassung
  • Rapid hat sich nach zwei 1:0-Siegen gegen Salzburg und einer Serie von drei Siegen und einem Unentschieden in den letzten vier Runden auf Platz drei vorgearbeitet und liegt nur noch drei Punkte hinter Tabellenführer Sturm Graz.
  • Trainer Johannes Hoff Thorup schließt einen Meistertitel für Rapid nicht aus, mahnt jedoch zur Vorsicht und betont, dass der Verein Schritt für Schritt arbeiten müsse.
  • Salzburg befindet sich mit drei Niederlagen in Folge und vier torlosen Pflichtspielen in einer schwierigen Phase, was seit dem Einstieg von Red Bull 2005 beispiellos ist.