APA - Austria Presse Agentur

Rapid, Sturm und LASK wieder in Bundesliga auf Punktejagd

21. Aug 2021 · Lesedauer 5 min

Nach mageren vier Punkten aus vier Spielen muss für Rapid am Sonntag (17.00 Uhr) gegen Außenseiter Ried ein Heimsieg in der Fußball-Bundesliga her - auch wenn die Innviertler mit sieben Zählern in der Tabelle vor den Wienern liegen. Gelingen soll das nicht zuletzt mit dem 3:0 über Luhansk im Rücken. Sturm Graz will im Heimspiel gegen Austria Wien den nächsten "Dreier" einfahren. Der LASK hofft gegen Hartberg auf den ersten Sieg in einem Heimspiel.

Ried-Coach Andreas Heraf spekuliert trotz der Außenseiter-Rolle gegen Rapid mit einer "kleinen Sensation", muss dabei aber auf den verletzten Offensivmann Ante Bajic verzichten. "Ein wichtiger Spieler mit hoher Qualität und hoher Geschwindigkeit", meinte Heraf über den zweifachen Saisontorschützen Bajic, der mit einem Muskelfaserriss zumindest bis zur Länderspielpause - am 11. September geht es danach weiter - ausfällt. Der Ligalage zum Trotz sah der ehemalige Rapid-Kicker sein Team als krassen Außenseiter. "Wir probieren einfach zu punkten", sagte Heraf. "Wenn es eine Sensation sein soll, nehmen wir drei Punkte mit. Wenn es eine kleine Sensation ist, nehmen wir einen Punkt mit. Und wenn es keiner ist, können wir auch damit leben. Wir wissen, dass wir gegen jeden punkten können."

Ried ist der klare Lieblings-Heimgegner Rapids, das da noch kein einziges Spiel verloren hat (33-8-0). "Rapid ist zuhause eine Heimmacht", sagte Heraf. Und auch wenn der SK den Ligaheimstart mit dem 1:2 gegen Hartberg vergeigte, so gab es in insgesamt vier Heimpartien vier Siege, zuletzt dreimal ein 3:0 (Famagusta, WAC, Luhansk).

Der in dieser Höhe wohl auch etwas glückliche Erfolg über die Ukrainer soll Rapid den nötigen Schub geben. "Der Sieg war enorm wichtig", befand Coach Dietmar Kühbauer, der endlich auch in der Liga wieder in die Spur finden will. Denn nach vier Runden hatte man zuletzt in der Saison 1994/95 weniger Punkte auf dem Konto. Damals waren es drei. Zum Vergleich: Vergangene Saison hielt man bei zehn Zählern.

Sturm Graz hat unterdessen mit Ausnahme des Auftakts gegen Serienmeister Salzburg alle bisherigen Bundesliga-Partien gewonnen, am Sonntag (17.00 Uhr) soll im Heimspiel gegen Austria Wien der nächste "Dreier" eingefahren werden. Dazu kommt der Rückenwind aus der Europa-League-Quali, das Play-off-Hinspiel bei NS Mura wurde am Donnerstag mit 3:1 Beute der "Blackys". Die Wiener, die nur bei zwei Punkten halten, benötigen dringend eine Leistungssteigerung.

Sturm präsentierte sich bisher nicht nur erfolgreich, sondern auch torhungrig. Von der Salzburg-Partie (1:3) abgesehen gelangen in allen Pflichtspielen zumindest drei Tore, auch die Austria soll die Offensivkraft zu spüren bekommen. Mit elf Ligatreffern hat man nur einen weniger am Konto als der makellose Tabellenführer aus Salzburg, der aktuell drei Punkte vor den Grazern liegt.

Routinier Jakob Jantscher will diesen "Flow" gegen die Austria mitnehmen. "Wir wollen weiter voll marschieren, haben einen guten Start in der Liga hingelegt und wollen weiter gewinnen", betonte der Offensivmann trotz Doppelbelastung. "Das Wichtigste ist, dass wir den Fokus sehr schnell auf das Austria-Spiel richten", mahnte Sturm-Trainer Christian Ilzer. "Wir haben einen Gegner, der bis jetzt in der Liga unter Wert geschlagen wurde", war der Steirer von den Qualitäten seiner Ex-Mannschaft überzeugt.

Austria-Coach Manfred Schmid ist derzeit jedenfalls nicht zu beneiden. Das jüngste Heim-1:1 gegen Klagenfurt hinterließ einen etwas ratlosen Trainer, der trotz einer Leistungssteigerung nach der Pause die mangelnde Qualität der "letzten Pässe" ebenso beklagte wie die Chancenverwertung. "Die Enttäuschung ist groß, das ist zu wenig", meinte Schmid. "Wir brauchen vielleicht ein Erfolgserlebnis, um das abzustellen."

Im dritten Heimspiel der Fußball-Bundesliga peilt der LASK am Sonntag (17.00 Uhr) seinen ersten Sieg an. Auch mit Blick auf die Tabelle wird ein "Dreier" gegen Hartberg dringend benötigt. Sonst verlieren die Linzer, die bei fünf Punkten halten, die Topteams Salzburg (12) und Sturm Graz (9) aus den Augen. Auch der TSV lechzt nach Erfolgen, er hat einen Zähler weniger als der LASK am Konto und könnte die Oberösterreicher also überholen.

Es läuft noch nicht richtig rund beim LASK, der sich am Donnerstag im Hinspiel des Conference-League-Play-offs gegen St. Johnstone im Heim-"Exil" in Klagenfurt mit einem 1:1 begnügen musste. "Die Situation ist so wie sie ist", meinte Trainer Dominik Thalhammer lapidar. "Es ist für uns wichtig, dass wir gegen Hartberg voll anschreiben und in der Liga auf Schiene kommen", stellte der ehemalige ÖFB-Frauenteamchef klar - und sah dafür eine gute Chance: "Hartberg hatte in den letzten Spielen schon auch Probleme."

Etwas angespannt präsentiert sich bei den Linzern weiterhin die Personalsituation. Mittelfeldmann Lukas Grgic fällt nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen St. Johnstone mit einer Schulterverletzung aus, Defensivakteur Yannis Letard (Wadenmuskel) steht neuerlich nicht zur Verfügung. Und weil mit Philipp Wiesinger (Adduktoren) ein weiterer Verteidiger wie schon gegen St. Johnstone fehlen könnte, wird man hinten wieder improvisieren müssen.

Hartberg war mit dem 2:1 bei Rapid just in der Fremde höchst erfolgreich in die Saison gestartet, die Euphorie konnte man aber nicht mitnehmen - zuletzt stand ein 1:1 gegen Ried. "Wir werden oft bestraft mit wenigen Sachen", klagte Trainer Kurt Russ. "Wir erspielen uns viele Chancen, belohnen uns für das, was wir investieren, zu wenig."

Quelle: Agenturen