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Rapid siegt 2:1 in Hartberg, Lustenau gewinnt Ländle-Derby

12. Nov. 2022 · Lesedauer 4 min

Rapid hat in der letzten Runde der Fußball-Bundesliga vor der Winterpause einen späten 2:1-Sieg in Hartberg gefeiert. Die Hütteldorfer gewannen am Samstag dank eines späten Tores von Bernhard Zimmermann (88.), die Zukunft von Hartberg-Trainer Klaus Schmidt ist ungewiss. Austria Lustenau gewann das Ländle-Derby gegen Altach klar mit 3:0. Die WSG Tirol prolongierte ihren Erfolgslauf mit einem 2:0 gegen die SV Ried und überwintert punktegleich hinter Rapid in den Top 6.

Der Jahresausklang in Hartberg war von Fan-Aktionen begleitet. Unmittelbar vor Anpfiff riefen die Rapid-Fans zum WM-Boykott auf. Schwarze Rauchtöpfe flogen aufs Spielfeld, untermalt wurde die Aktion von einem Transparent in großen Lettern mit der Botschaft: "Fuck FIFA - für eure WM-Pläne sehen wir schwarz".

Die Partie startete dadurch verspätet und dann mit Hartberg als zunächst gefährlicheres Team. Okan Aydin testete Tormann Niklas Hedl nach einem Fehler Ferdy Druijfs schon nach wenigen Sekunden. Die Wiener fanden schleppend ins Spiel, Guido Burgstaller traf nach zehn Minuten das Außennetz.

Rapid hatte zu diesem Zeitpunkt die Spielkontrolle übernommen. Das 1:0 folgte kurz darauf. Marco Grüll löste sich im richtigen Moment von seinem Gegenspieler und traf nach Maßflanke von Jonas Auer aus kurzer Distanz per Kopf (16.). Der Linksaußen bejubelte sein viertes Saisontor.

Rapids organisierte Fanszene quittierte die Führung neuerlich mit Pyrotechnik, woraufhin Schiedsrichter Stefan Ebner die Partie gemäß des Dreistufenplans der UEFA unterbrach und beide Mannschaften in die Kabine schickte. Während der rund siebenminütigen Unterbrechung wirkten auch Zoran Barisic und Fanliebling Steffen Hofmann beschwichtigend auf die Anhänger ein.

Hartberg näherte sich, begleitet von grün-weißer Passivität, nach Wiederbeginn an. Ein Tor des auffälligen Ruben Providence zählte wegen eines Handspiels nicht (35.). Den zwingenden Ausgleich vergab zunächst noch Aydin, der Hedl nach Lochpass von Jürgen Heil umkurvte, dann aber nur das Außennetz traf (37.). Der Türke machte es aber noch vor der Pause besser. Leopold Querfeld segelte an einer Flanke von Dominik Frieser vorbei, Aydin nahm sich die Kugel mit in den Sechzehner und traf zum 1:1 (44.).

Rapids Christoph Knasmüllner hatte nach einem Frustfoul Glück, nicht vorzeitig vom Platz zu fliegen (66.). Das letzte Wort in der insgesamt ausgeglichenen Partie hatte aber Zimmermann, der einen abgefälschten Kerschbaum-Schuss über die Linie bugsierte (88.).

Im letzten Spiel vor der Winterpause prolongierte die WSG Tirol ihren Erfolgslauf. Die Mannschaft von Trainer Thomas Silberberger besiegte Ried im Innsbrucker Tivoli mit 2:0 (2:0) und holte damit in den fünf Spielen der Rückrunde 13 Zähler. Die Wattener überwintern mit nun 24 Punkten fix über dem Strich in den Top 6. Die Rieder bleiben hingegen mit 13 Zählern mittendrin im Abstiegskampf.

Valentino Müller (36.) und Nik Prelec (38.) stellten mit ihren Treffern die drei Punkte für eiskalt agierende Tiroler sicher. Die WSG hat damit beide Saisonduelle mit dem Team von Trainer Christian Heinle für sich entschieden. Nach der - aufgrund der WM in Katar gleich drei Monate dauernden - Winterpause startet die WSG am zweiten Februar-Wochenende mit einer Auswärtspartie beim WAC, die Innviertler haben daheim ein Kellerduell gegen Hartberg.

Im dritten Spiel des Tages entschied Austria Lustenau auch das zweite Ländle-Derby der Saison für sich. Der Aufsteiger bezwang den SCR Altach mit 3:0 (2:0) und überwintert somit auch tabellenmäßig als Vorarlbergs Nummer eins. Außerdem endete für Lustenau die Serie von zehn sieglosen Liga-Spielen. Altach wartet bereits seit über acht Jahren auf einen Derbysieg gegen die Austria.

In einem mit 4.600 Zuschauern ausverkauften Reichshofstadion brachte Pius Grabher Lustenau früh in Führung (8.). Mit dem Pausenpfiff erhöhte Bryan Teixeira per Elfmeter auf 2:0 (45+6.), kurz nach Wiederbeginn schnürte er seinen Doppelpack (51.). In Hälfte zwei war die Partie aufgrund des Abrennens von Feuerwerkskörpern für einige Minuten unterbrochen. Der Lustenauer Erfolg geht auch in dieser Höhe in Ordnung, Altach bot im Derby eine desolate Vorstellung.

Quelle: Agenturen