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Provokation bei WM: Schweiz-Star Xhaka sorgt für Aufregung

03. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Granit Xhaka sorgte beim Spiel Schweiz gegen Serbien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar für Aufregung. Eine politische Botschaft bestreitet er - das Verhalten bleibt dennoch rüpelhaft.

Schon vor vier Jahren, bei der WM 2018, sorgte der Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka für Aufregung. Auch damals trat die Schweiz gegen Serbien an - die beiden Siegestore feierten die Schweiz-Stars Xhaka und Xherdan Shaqiri damals mit einer Doppeladler-Geste. Das Symbol steht wohl für die albanische Flagge und wird von manchen als Zeichen der Unterstützung für die Unabhängigkeit des Kosovos von Serbien verwendet.

Aufregung um Jashari-Trikot

In Katar trafen die beiden Mannschaften nun wieder aufeinander - erneut kam es zum Eklat. Diesmal zeigte der 30 Jahre alte Xhaka eine obszöne Geste und provozierte mit einer doppeldeutigen Trikot-Aktion. Beim Jubel der Schweizer über den Einzug ins WM-Achtelfinale (sie besiegten Serbien 3:2) zog Xhaka das Trikot seines Teamkollegen Ardon Jashari mit dem Namen nach vorn an. 

Jashari ist zwar mit bei der WM - kam bisher aber noch gar nicht zum Einsatz. Jashari ist auch der Name eines Unabhängigkeitskämpfers, der bereits in den 1990er-Jahren für die Loslösung des Kosovo von Serbien kämpfte. Er kam 1998 bei einer Operation serbischer Anti-Terror-Einheiten ums Leben.

Xhaka erklärte nach dem Spiel, dass es sich um keine politische Botschaft gehandelt habe: "Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass ich sein Trikot anziehe, wenn ich ein Tor schieße oder wir gewinnen". Die FIFA wird ihn dafür wohl kaum belangen können.

Anspielung auf Sex-Skandal?

Zuvor, schon während des Spiels, provozierte Xhaka indem er sich in den Schritt griff und in Richtung der Ersatzspieler des Kontrahenten gestikulierte. Fast die gesamte Bank der Serben sprang auf, einige Spieler liefen sogar auf das Spielfeld. Xhakas Aktion war möglicherweise eine Andeutung auf den vermeintlichen Sex-Skandal bei den Serben. Vor dem Spiel hatten serbische Medien berichtet, dass Stürmer Dusan Vlahovic mit der Frau von Ersatz-Torwart Pedrag Rajkovic geschlafen haben soll.

Die Familie des Schweizer Kapitäns stammt genau wie die seines Teamkollegen Xherdan Shaqiri aus dem Kosovo. Die Republik ist seit 2008 unabhängig, Serbien betrachtet sie jedoch immer noch als Teil seines Territoriums. 

Quelle: Redaktion / koa