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Vlhova gewinnt Aare-RTL, Haaser vor Gritsch Fünfte

11. März 2022 · Lesedauer 4 min

Die Slowakin Petra Vlhova hat den vorletzen Saison-Riesentorlauf der Frauen in Aare überlegen 1,24 Sek. vor Marta Bassino (ITA) sowie 1,70 vor Mikaela Shiffrin (USA) gewonnen und damit im großen Kugelkampf Boden auf Shiffrin gut gemacht.

Die Entscheidung im RTL-Weltcup fällt nach dem Ausfall von Sara Hector erst beim Finale. Österreichs Frauen gelang mit den Plätzen 5 für Ricarda Haaser, 6 für Franzika Gritsch und 8 für Katharina Truppe ein schönes Lebenszeichen.

Der auf der Herren-WM-Piste gefahrene Riesentorlauf in Mittelschweden war zwar ein Flutlichtrennen, der erste Durchgang fand aber am Nachmittag bei erstaunlich frühlinghaften und hohen Temperaturen sowie weicher Piste statt. Dies bereitete einigen Läuferinnen enorme Probleme, nur 36 kamen überhaupt in die Wertung.

Liensberger früh out 

Zu den Ausgeschiedenen zählte neben Italiens Mitfavoritin Federica Brignone auch Österreichs WM-Dritte Katharina Liensberger, für die nach nur 16 Sekunden Laufzeit und einem Innenskifehler Schluss war. Im Finale kam auch die Schweizerin Wendy Holdener auf der Olympia-Piste heftig zu Sturz.

Vlhova hätte schon nach Lauf eins deutlich führen müssen. Ihr passierte bei acht Zehntel Sekunden Vorsprung aber im oberen Teil ein Fehler. So ging die Slowakin nur drei Hundertstel vor Bassino sowie 0,29 vor Hector in die Aare-Entscheidung, die dann in der Abenddämmerung unter Flutlicht, aber immer noch Plusgraden stattfand.

Kugelkampf spitzt sich zu 

Der Kampf um die RTL Kugel und der Zweikampf um die Gesamtwertung verliefen dann spannend. Shiffrin legte vor, Worley (4.) und Gisin (9.) patzten, Hector stürzte auf ihrer Heimstrecke. Damit wird beim Finale nächste Woche weiter um RTL-Kristall gekämpft. Der Schwedin war es anzumerken, dass sie es zu Hause wahnsinnig gerne entschieden hätte. "Es war schwierig, nicht daran zu denken", gestand die enttäuschte Olympiasiegerin.

Österreichs im Riesentorlauf diesen Winter nach wie vor podestlosen Frauen lieferten eine geschlossen gute Vorstellung ab. Nach dem Liensberger-Out war zunächst einmal mehr die Olympia-Vierte Katharina Truppe als Neunte beste ÖSV-Läuferin in Lauf eins vor Haaser (10.) und Ramona Siebenhofer (12.) gewesen.

Gritsch nimmt Topform aus Europacup mit 

In der Entscheidung schied Siebenhofer kurz vor dem Ziel aus. Haaser verbesserte sich dafür mit 7. Laufzeit auf Gesamt-Platz fünf und verpasste das Podium um nur 0,23 Sekunden. Europacup-Seriensiegerin Gritsch bewies trotz hoher Startnummer 40, dass sie ihre Überform aus der zweiten Liga in den Weltcup mitgenommen hat. Die Tirolerin machte dank Laufbestzeit in der Entscheidung gleich 19 Plätze gut und katapultierte sich von 25 auf 6. Stephanie Brunner kam trotz einer Irritation durch einen Pistenarbeiter nach fünf Ausfällen in Folge als 16. wieder einmal in die Wertung und schaffte es dadurch auch zum Finale.

"Das ist das Beste, das ich heuer im Ziel habe. Das Skifahren war auch gut, also bin ich zufrieden", freute sich Haaser über den anhaltenden Aufwärtstrend. "Einige gute Rennen hintereinander geben schon Auftrieb, da kann man ganz anders Skifahren", erinnerte die Tirolerin an die vielen Rückschläge in diesem Winter. "Ich habe immer weitergemacht, auch wenn es nicht immer viel Spaß gemacht hat. Jetzt macht es aber wieder Spaß." Für ein Podium sei sie schon nach Lauf eins zu weit hinten gewesen.

Auch Gritsch gelang eine Art "Comeback." Sie habe die gute Nummer in der Entscheidung ausgenutzt. "Zuerst hatte ich Nummer 40, dann eine Autobahn. Das jetzt ist richtig lässig und eine starke Meldung von mir, dass ich zurück und wieder da bin", strahlte die Tirolerin. "Ich werde jetzt dafür bezahlt, was ich reingesteckt und die letzten Wochen gearbeitet und mich im Europacup wieder 'derschupft' habe."

Die Ereignisse rund um Corona vom Herbst habe sie schon damals rasch abgehakt, versicherte die Ötztalerin. "Bei uns ist eh alles so kurzlebig. Ich habe immer gleich weiter gearbeitet", sagte Gritsch, die in Schweden auch im Slalom am Sonntag antritt. "Ich möchte da ähnlich lässig Skifahren wie heute."

Auch Brunner "happy" 

Mit Brunner war eine weitere Tirolerin "happy". "Skifahren könnte ich um einiges besser. Nach alle den Ausfällen hieß es heute, irgendwie taktisch ins Ziel zu kommen. Die Handbremse war gescheit angezogen", erklärte die Tuxerin.

Die am Sonntag ihren 27. Geburtstag feiernde Shiffrin hat nun nur noch 77 Punkte Vorsprung auf Vlhova. Nach dem Slalom geht es zum Weltcup-Finale nach Courchevel/Meribel. Doch Vlhova hat nun wieder Blut geleckt. "Petra hat zwei Wochen gebraucht, um Olympia zu verdauen. Aber sie ist mental stärker als körperlich und jetzt wieder voll da", sagte ihr Coach Mauro Pini. "Wir spüren, dass der Tiefpunkt vorbei ist. Wir haben den ganzen Winter nie auf den Gesamt-Weltcup geschaut. Aber schauen wir, was in einer Woche ist."

Quelle: Agenturen