Patrick Kirchler

Der Eishockeynarr aus dem Pustertal

21. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

Patrick Kirchler ist Stadionsprecher und PR-Verantwortlicher des HC Pustertal. Der gebürtige Brunecker lebt den Eishockeysport wie kaum ein Anderer. POWERPLAY und PULS 24 beleuchten den Eishockey-Verrückten aus dem Pustertal genauer und stoßen dabei auf eine der größten Trikot-Sammlungen der Welt.

Es gibt Menschen, die es geschafft haben, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Es gibt Menschen, die sich hundertprozentig mit ihrem Job identifizieren können. Und dann gibt es Patrick Kirchler. Auf den ersten Blick ist "Patza", wie er von Freunden und Bekannten genannt wird, "nur" PR-Mann, Stadionsprecher und Betreiber der Gastronomie im Rienzstadion, der Heimat des HC Pustertals. Doch ein zweiter Blick lohnt sich in diesem Fall.

Der Südtiroler verkörpert die Passion für seinen Verein und den Eishockeysport wie kaum ein Zweiter. Bereits 1990 gründete er im Jugendalter mit Freunden den ersten Fanclub für den Verein, der damals noch unter dem Namen "EV Bruneck" auflief. Er kommentierte die Spiele "seiner" "Wölfe" im Radio und schrieb Artikel.

Knapp ein Jahrzehnt später (2002) übernahm "Patza" die Gastronomie im alten Rienzstadion. Nach 20 Jahren “Hockeybar” und Alleinverwalter der Arena folgte im letzten Herbst der große Umzug in das neue Stadion-Restaurant "Go West". Seit 1983 ist Kirchler bei den Spielen des HCP dabei. Wenn die "Wölfe" mal Pause haben, reist er zu Weltmeisterschaften und ist immer dort zu Gast "wo es zum Spiel auch ein gutes Bier gibt."

Trikotsammlung mit fast 1000 Trikots

Patrick Kirchler

Igor Larionov konnte die historische Sammlung – vor allem die Jerseys aus der Sowjetunion – bereits begutachten. Das gesamte Archiv findet man unter www.hockeyjerseys.it

Weil das alles noch nicht genug Eishockey für "Patza" ist, betreibt der Südtiroler ganz nebenbei noch eine der größten Trikotsammlungen der Welt. Jerseys von Nationalteams, NHL-Mannschaften, Damen-Teams, Referees und natürlich jene des HC Pustertals befinden sich in seinem Besitz. Knapp 1000 Trikots hat Kirchler bereits ergattert. Zufrieden gibt er sich damit nicht.

"In den letzten Jahren lag der Fokus eindeutig auf alten Jerseys, wie den "Green Unit"-Trikots", so Kirchler. Gemeint sind damit die sechs höchstseltenen Jerseys der legendären Mannschaft der Sowjetunion aus den 1980er-Jahren rund um Wladimir Krutow, Igor Larionow und Sergej Makarow. Diese Sturmlinie wird im Allgemeinen als die Beste aller Zeiten im europäischen Eishockey bezeichnet. Weltweit gibt es nur ganz wenige Sammler, die alle sechs Trikots der damaligen Mannschaft besitzen. Kirchler ist einer davon.

"Patza" gerät ins Schwärmen, wenn er von weiteren historischen Eishockeyteilen erzählt, die er seiner Sammlung hinzufügen möchte: Das letzte Trikot der DDR steht genauso auf seiner Liste, wie das erste Trikot Russlands nach dem Zerfall der UdSSR.

Ziel: Mit "Don Cherry"-Anzug am Eis stehen

Patrick Kirchler

Patrick Kirchler in Multifunktion: Hallensprecher, Interviewer, Anpeitscher, PR-Mann, Vorstand und Gastronom.

Zudem fehlt ihm noch ein TV-getragener Anzug von "Don Cherry", ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler und legendärer Moderator von "Hockey Night in Canada". Mit diesem möchte er gerne einmal die "Starting Six" seiner Pustertaler auf dem Eis begrüßen.

"Patzas" Augen leuchten, wenn er über Eishockey spricht. Seit fast vier Jahrzehnten verfolgt er die "Wölfe" als Fan, seit zwei Jahrzehnten ist er ehrenamtlich für den Club tätig. Den steilen Aufstieg des Vereins, der vergangene Saison sein Debüt in der ICE Hockey League gab, hat Kirchler miterlebt und mitgeprägt.

Müdigkeit ist keine erkennbar. In der Zukunft will er mit seinen "Wölfen" noch höher hinaus. Und abschließend hat der passionierte Trikotsammler noch eine Bitte parat: "Oft genug werden die alten Trikots irgendwann - meist von den Ehefrauen - "verräumt" bzw. entsorgt. Wer ein altes Trikot besitzt, und es los werden möchte, weiß es bei mir in der Sammlung in guten Händen" erklärt Kirchler schmunzelnd. 

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Dieser Artikel ist zuerst im Powerplay-Magazin erschienen. Mehr Geschichten wie diese inkl. eines ausführlichen Interviews mit Marco Kasper finden Sie in der aktuellen Ausgabe Powerplay. Jetzt bestellen und Abo sichern. 

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Maximilian PatakQuelle: Redaktion