Ortlieb in Tarvis-Abfahrt bei Delgado-Debütsieg Vierte
Im Salzburg war eine Woche davor Cornelia Hütter als Beste des rot-weiß-roten Teams 20. gewesen, auf der für alle außer für Vonn und die Italienerin Elena Curtoni neuen Strecke war Revanche angesagt. Allerdings gelang das nur Ortlieb erfolgreich, keine andere ihrer Teamkolleginnen kam in die Top Ten. Mirjam Puchner wurde auf der vom Monte Santo die Lussari führenden Strecke bei Nebel im Mittelteil zeitgleich mit der für ihre Verhältnisse strauchelnden Lokalmatadorin Sofia Goggia Elfte (+1,35), Hütter 18. (+2,06) und Ariana Rädler 20. (+2,30).
Ortlieb freilich war mit ihrer Fahrt und Leistung sowie ihrem besten Saison-Ergebnis zufrieden. "Es war eine sehr saubere Fahrt, vielleicht an der ein oder anderen Stelle vielleicht zu viel Kontrolle." Die Passage im nebligen Teil sei trotz sehr wenig Sicht kein Problem gewesen, da es zwei Trainingsfahrten gegeben habe. Die 29-Jährige war da Erste und Zweite gewesen. Dem Verpassen des Podestrangs trauerte sie deswegen aber nicht nach. "Ich kann damit absolut gut leben. Man muss immer am Boden bleiben. Es ist ein relativ langer Lauf und gar nicht viel Rückstand."
Die in ihrer Karriere so oft von Verletzungen zurückgeworfene Ortlieb sprach von einer feineren, deutlich weniger harten Piste als im Training. "Wir haben alle damit gerechnet, dass der Schnee noch langsamer ist. In Summe sind die Bedingungen sehr gut für das Wetter." Puchner wiederum hatte wegen ihrer Fahrt im Mittelteil Fragezeichen. "Im nebligen Teil habe ich am meisten Zeit verloren, dort habe ich nicht einmal das Tor gesehen. Es wird eine gute Analyse brauchen, was von oben bis unten los war", sagte die Salzburgerin auch in Hinblick auf den Super-G am Sonntag (11.15 Uhr),
Ratlos war im ORF-Interview Hütter, nachdem sie alles gegeben und ihre Linie durchgezogen habe. "Ich bin nicht irgendwo danebengestanden. Ich habe mich im Ziel gar nicht ausgekannt, warum ich so einen großen Rückstand hatte." Das Material-Thema wollte die Steirerin in der Emotion nicht aufbringen: "Ich möchte da keinen Schnellschuss starten. Weitergekommen bin ich nicht. Woran es gelegen hat, ist schon zu reflektieren und analysieren." Aus der ÖSV-Riege holten auch Ricarda Haaser (22./+2,58), Emily Schöpf (25./+3,05) und Christina Ager (27./+3,14) Weltcup-Punkte.
Delago-Schwestern mit Top-Ten-"Sister Act"
Delago benötigte 133 Weltcup-Rennen für den Durchbruch zum Sieg. Und das gelang dann eben in der Heimat, obwohl sie auf dieser Piste auch nicht viel Rennerfahrung hatte. "Unglaublich! Ich realisiere es noch gar nicht ganz. Es ist eine Piste, auf der man die Ski recht gut laufen lassen kann, auf der viel Speed dabei ist." Sehr viel bedeutete der Südtirolerin Rang zehn ihrer Schwester Nadia mit Startnummer 29 (+1,15). Weidle-Winkelmann wiederum ärgerte sich über einen schon im Training passierten Fehler in der Zielkurve: "Ich habe schon während der Fahrt geflucht."
Für Vonn endete auch ihr siebentes Saison-Rennen in den Top vier, nur im Super-G von St. Moritz war sie dabei nicht auf das Podest gekommen. Die 41-Jährige baute auf einer Strecke, die ihr nach eigenen Angaben nicht so liegt, ihre Führung im Abfahrtsweltcup weiter aus, da mit der Deutschen Emma Aicher ihre erste Verfolgerin Fünfte wurde (+0,80). Fünf von neun Saison-Abfahrten sind gefahren, vor den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina steht in der schnellsten Disziplin noch am 30. Jänner in Crans-Montana ein Rennen auf dem Programm.
Zusammenfassung
- Die Italienerin Nicol Delago hat in Tarvis nach 133 Weltcup-Starts ihren ersten Abfahrtssieg gefeiert und setzte sich mit 0,20 Sekunden Vorsprung auf Kira Weidle-Winkelmann sowie 0,26 Sekunden auf Lindsey Vonn durch.
- Nina Ortlieb wurde mit nur 0,16 Sekunden Rückstand Vierte und war damit klar beste Österreicherin, während keine weitere ÖSV-Läuferin die Top Ten erreichte.
- Lindsey Vonn bleibt mit ihrem siebten Top-4-Ergebnis in dieser Saison führend im Abfahrtsweltcup, das nächste Rennen findet am 30. Jänner in Crans-Montana statt.
