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Olympia: Jury sorgt für Eklat im Ski-Cross

17. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Eine strittige Jury-Entscheidung im Ski-Cross-Finale bei Olympia erhitzt die Gemüter. Nach einer Überprüfung des Finalrennens wurde die Vierte Daniela Maier zur Bronzegewinnerin bestimmt. Für Maier eine "unfaire" Entscheidung.

Am Donnerstag gewann die schwedische Favoritin Sandra Näslund vor der Kanadierin Marielle Thompson die Goldmedaille im Ski-Cross bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Die Bronzemedaille ging aber nicht, wie alle vier Finalistinnen annahmen, an die Dritte Fanny Smith sondern an die Viertplatzierte Daniela Maier. 

Nach einer ausführlichen Überprüfung des Finalrennens, die auch den im Zielraum frierenden Athletinnen offensichtlich unverständlich war,  wurde die Deutsche Maier von der Jury zur Bronzemedaillengewinnerin erklärt. Sie nahm die Entscheidung kopfschüttelnd auf: "Das ist unfair", sagte sie und tröstete ihre Schweizer Konkurrentin Smith.

Zielsprung sorgt für Debatten 

Die Jury stieß sich an einer Szene beim Zielsprung: Smith stellte, um eine Kollision mit Thompson zu vermeiden, ihren linken Ski heraus, was Maier ins Straucheln brachte. Andere Möglichkeiten hätte Smith kaum gehabt, und so sahen das - ihren Reaktionen nach zu urteilen - auch die Beteiligten.

Keine Medaille für Österreich

Gleichzeitig steht fest: Österreichs Ski-Cross-Frauen bleiben bei Olympia medaillenlos. Andrea Limbacher (11.) und Katrin Ofner (12.) schieden jeweils als Laufdritte im Viertelfinale aus, Christina Födermayr (22.) erwischte es bereits im Achtelfinale.

"Zum Schmeißen, komplette Enttäuschung", lautete Ofners emotionales Fazit nach dem Nackenschlag. "Es zipft mich voll an, ich bin wirklich total grantig. Ich habe gewusst, dass viel mehr drin ist und bin über den Ausgang einfach extrem enttäuscht."

Das ÖOC-Trio hatte bei Neuschnee im Secret Garden bereits den "seeding run", der für die Einteilung der Vierer-Gruppen und den Finalweg zählt, nur auf den Plätzen 18 (Limbacher), 19 (Ofner) und 21 (Födermayr) beendet. Oder wie die 31-jährige Steirerin Ofner sagte: "Ich habe schon in der Quali eine 'Vollschnalze' gekriegt. Es war einfach der Speed weg, im Rennen eigentlich das Gleiche."

Limbacher enttäuscht

Ihre Konkurrentinnen seien trotz des guten Starts einfach an ihr vorbeigefahren. Materialprobleme liegen nahe. Es sei schwierig, in der Emotion eine Aussage zu treffen, so Ofner: "Die Serviceleute reißen sich den Arsch auf, wir müssen uns das anschauen." Ihr Erstbefund lautete: "Es war einfach komisch, dass sie mir brutal um die Ohren gefahren sind."

"Im Rennen hat der Speed sicher gepasst", befand hingegen Limbacher. Am unerfreulichen Ausgang ihres sehr wahrscheinlich letzten Olympia-Auftritts änderte das nichts. Der Start über die Wellen hatte ihr schon im Training Probleme bereitet. "Ich habe gewusst, im Kurs ist es gut zu überholen, da kann ich stark fahren. Der Rückstand war leider doch schon viel zu groß, das habe ich voll versaut."

Sie habe ihre heutige Mission nicht erfüllt, bis zu den nächsten Winterspielen 2026 sei es eine lange Zeitspanne. "Es wird wohl keine Olympischen Spiele mehr für mich geben." Sie wolle nicht sagen, dass sie zu alt sei, meinte die 32-jährige Oberösterreicherin, die fünf Kreuzbandrisse überstanden hat. "Ich fühle mich eigentlich noch recht jung, aber körperlich bin ich schon sehr gezeichnet. Es ist eine Leistung, dass ich es noch mal zurückgeschafft habe, weil es sehr oft nicht danach ausgeschaut hat."

Am Freitag greift das Männer-Quartett ins Geschehen ein. Die bisher einzige Olympia-Medaille für diese Sparte hat Andreas Matt 2010 in Vancouver gewonnen.

Quelle: Agenturen / apb