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ÖFB-Teamspieler über härteren Konkurrenzkampf erfreut

Heute, 04:02 · Lesedauer 3 min

Mit dem 5:1-Testspielsieg am Freitag in Wien gegen Ghana hat der Konkurrenzkampf innerhalb der österreichischen Fußball-Nationalteams zusätzlich an Fahrt aufgenommen. Carney Chukwuemeka und Paul Wanner glänzten bei ihren Debüts, auch Florian Wiegele und David Affengruber absolvierten ihre ersten ÖFB-Einsätze und verschärften damit den Kampf um die WM-Tickets. Das Gedränge um einen Platz im Flieger nach Nordamerika wird von den ÖFB-Kickern positiv bewertet.

So erwartet sich etwa Stefan Posch von der aktuellen Situation einen positiven Effekt für die Auswahl. "Jeder weiß, dass er performen muss, und im Fußball gibt es immer Konkurrenzkampf." Sasa Kalajdzic, der sein Team-Comeback nach über zweijähriger ÖFB-Abwesenheit feierte, schloss sich dieser Meinung an. "Konkurrenz belebt das Geschäft und ist gut für alle." Außerdem erklärte der LASK-Stürmer: "Jeder hat heute Werbung für sich betrieben."

In besonderem Maße traf dies für Chukwuemeka und Wanner zu - die beiden "Neuzugänge" überzeugten nach ihren Einwechslungen in der zweiten Hälfte, was für Alexander Schlager keine Überraschung war. "Das sind sympathische Jungs, die perfekt in die Gruppe passen", erklärte der Goalie.

Marco Friedl wies in diesem Zusammenhang auf den Umstand hin, dass es leichter sei, sich in eine gefestigte und funktionierende Mannschaft wie das aktuelle ÖFB-Team einzufügen. "Es ist bei uns nicht schwer, Fuß zu fassen, weil wir eine unglaublich offene Mannschaft sind, die auch neben dem Platz immer Zeit hat. Das spiegelt sich auf dem Platz wider. Und die Jungs haben auch hohe Qualität, das hilft beim Integrieren."

Kalajdzic ("Beide sind ein Gewinn und eine Bereicherung für uns") zeigte sich von Chukwuemeka und Wanner ebenso angetan wie Nicolas Seiwald. "Dass es von Anfang an so gut funktioniert, freut mich für sie. Sie haben es wirklich gut gemacht", meinte der Leipzig-Profi. Gemeinsam mit Wanner im Zentrum zu spielen, sei "cool" gewesen, berichtete Seiwald. "Es war so, als ob er schon immer für uns gespielt hätte. Er war sehr abgeklärt, man hat gesehen, was er der Mannschaft bringen kann. Und die Qualitäten von Chukwuemeka hat man schon in der Trainingswoche gesehen."

Mit dem Duo Wanner/Chukwuemeka gelang in der zweiten Hälfte eine deutliche Steigerung. "Da haben wir noch klarer gespielt mit mehr Tempowechseln im letzten Drittel", meinte Seiwald. Der 24-Jährige durfte als einziger ÖFB-Akteur durchspielen und dankte es Teamchef Ralf Rangnick mit seinem ersten Treffer im 45. Länderspiel. "Wenn ich einmal ein Tor schieße, müssen wir ja hoch gewinnen", sagte Seiwald schmunzelnd.

Wiegele hätte gern ohne Gegentor debütiert

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge quittierte Wiegele sein ÖFB-Debüt. "Ich hätte sehr gerne zu Null gespielt", erklärte der Schlussmann von Viktoria Pilsen, der beim Gegentor chancenlos war. "Aber es war ein großartiges Erlebnis, zum ersten Mal im Nationalteam zu spielen." Wiegele erfuhr am Donnerstag von seinem bevorstehenden Einsatz - ob er auch in der Dienstag-Partie gegen Südkorea eine Chance bekommt, wurde ihm noch nicht kommuniziert.

Vor der Partie im Happel-Stadion stehen noch die ersten zwei Trainings des A-Teams im neuen ÖFB-Campus in Wien-Aspern auf dem Programm, die Einheit am Samstag wird öffentlich abgehalten. Der Zuschauerandrang dürfte groß sein, zumal die ÖFB-Kicker danach Autogramme schreiben.

Zusammenfassung
  • Das ÖFB-Nationalteam gewann am Freitag in Wien mit 5:1 gegen Ghana, wobei vier Spieler – Carney Chukwuemeka, Paul Wanner, Florian Wiegele und David Affengruber – ihr Debüt feierten und so den Konkurrenzkampf um die WM-Tickets verschärften.