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ÖFB-Teamchef-Job für Glasner "kein Thema"

05. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Mit Oliver Glasner nimmt sich ein weiterer potenzieller Kandidat aus dem Rennen um den Posten als ÖFB-Teamchef. "Es ist für mich kein Thema", sagt der Frankfurt-Coach gegenüber "Sky". "Ich bin hier bei der Eintracht und wir haben so tolle Aufgaben vor uns. Ich fühle mich auch wohl im Klub, in der ganzen Stadt, deshalb ist es für mich kein Thema."

Der 47-jährige Salzburger gibt aber zu: "Ich habe oft gesagt - und dazu stehe ich auch - dass Teamchef im eigenen Land das Größte ist, was du als Trainer erreichen kannst. Deshalb steht es vielleicht auf meiner 'bucket list'. Auf der anderen Seiten habe ich mir immer zum Ziel gesetzt, dass ich nicht bis 70 auf der Trainerbank sitze, auch nicht als Nationaltrainer, wo du zwar nicht täglich am Platz stehst, aber trotzdem permanent unterwegs bist. Deshalb weiß ich es nicht. Aber es ist aus meiner Sicht sicherlich einer der Topjobs, den du haben kannst."

Glasner über Foda-Kritik: "zu viel und zu oberflächlich"

Die Diskussionen und Kritik rund um den alten Teamchef Franco Foda und den ÖFB verfolgt Glasner auch aus dem Ausland genau. Und er hat eine klare Meinung: "Ich finde es viel zu viel und viel zu oberflächliche Kritik, die geäußert wurde. Ich denke, dass sich viele nicht hineinversetzt haben: Wie sieht es wirklich aus, wenn du Teamchef bist?"

Als Trainer im Nationalteam habe man oft nur sehr wenig Zeit, die Mannschaft auf ein Spiel vorzubereiten, wie es etwa beim ÖFB vor dem WM-Quali-Duell in Wales der Fall war. Als Beispiel nennt Glasner ÖFB-Kicker Martin Hinteregger, der bei Frankfurt und im Nationalteam fünf Spiele in 14 Tagen über 90 Minuten absolviert hat, dazu kommen Reisestrapazen. Solche Beispiele gäbe es im ÖFB-Team viele. "Was willst du denn in drei Tagen trainieren? Das ist gar nicht möglich", merkt Glasner an.

Red-Bull-Philosophie im ÖFB? "Diese Frage stellt sich nicht"

Auch die Diskussion um eine fehlende Spielphilosophie im ÖFB-Team kann der Frankfurt-Coach nicht ganz nachvollziehen. "Müssen wir jetzt Red Bull oder Real Madrid spielen - Ich glaube, diese Frage stellt sich nicht, weil du keine Trainingszeit hast. Wenn du etwas in eine Mannschaft reinbringen willst, brauchst du Trainingszeit und die hat man nicht als Teamchef. Deswegen finde ich, dass viel zu viel Kritik rausgeschossen wurde und nicht mal ganz genau hingesehen wurde, wie es eigentlich ist."

Was sich Glasners Meinung nach im ÖFB ändern müsste? "Wir müssen auch mal realistisch sein. Wir haben eine sehr gute Europameisterschaft gespielt. Ich glaube, wir müssen die Spieler, die wir haben, mit ihren Stärken am besten einsetzen. Das wird der neue Teamchef machen und das, denke ich, hat auch Franco Foda gemacht. Es hat halt auch dann - so ehrlich muss man auch sein - ob der Qualität der Spieler, die wir zur Verfügung hatten, nicht gereicht (für die WM, Anm.), weil andere Mannschaften halt auch gut sind."

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst auf laola1.at erschienen 

Quelle: Redaktion / Laola1.at